Elisabethfehn - Diese Nachricht am Mittwoch blieb im Gedächtnis: Eine Katze war am Montag mit einem Luftgewehr an der Schleusenstraße in Elisabethfehn angeschossen worden, so dass ihr das Bein amputiert werden musste. Mittlerweile geht es dem kleinen Vierbeiner wieder etwas besser, doch weder bei der Polizei in Barßel noch in Friesoythe sind bislang Hinweise auf den Täter eingegangen. Noch am Mittwochabend machte ein ganz ähnlicher Fall die Runde im sozialen Netzwerk Facebook. Das Foto von zwei toten Spatzen, ebenfalls mit Einschusslöchern, die in der Nähe der alten Koksfabrik an der Oldenburger Straße gefunden wurden, sorgte für große Empörung. Schießt in Elisabethfehn also jemand willkürlich auf Tiere?

Die NWZ fragte bei der örtlichen Polizeistation in Barßel nach. „Bislang ist uns nur der Fall mit der Katze bekannt. Weitere ähnliche Vorfälle sind der Polizei nicht gemeldet worden“, sagt Reiner Dupont von der Polizei in Barßel. In dem speziellen Fall sind bei der Polizei aber auch noch keine neuen Hinweise eingegangen. „Sicher sollte sich der Täter darüber sein, dass ein Schuss auf ein Tier nichts mit einem Kavaliersdelikt zu tun hat. Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst“, so der Beamte.

Doch was ist mit einem Luftgewehr überhaupt erlaubt? „Grundsätzlich gibt es ganz unterschiedliche Regelungen und Typen von Luftgewehren“, sagt der Polizeibeamte. Laut deutschem Waffengesetz gilt für das eigentliche Luftgewehr, wie es zum Beispiel viele Schützenvereine nutzen, Waffenscheinpflicht. Dafür ist aber das Schießen mit einer solchen Waffe auf einem privaten Grundstück erlaubnisfrei. Jedoch darf das Geschoss einen umfriedeten Bereich, also das Grundstück auf dem es abgefeuert wurde, nicht verlassen. „Das heißt aber nicht, dass man auf seinem Grundstück einfach auf Tiere schießen darf. Da greift dann das Tierschutzgesetz, in dem geregelt ist, dass man keine Tiere, ohne sich in einer Notlage zu befinden, verletzen darf“, so Dupont.

Nach dem Beitrag mit den Spatzen im Sozialen Netzwerk Facebook meldete sich noch ein weiterer Nutzer, dessen Nachbar in der Höhe der Werkstatt Haak in Elisabethfehn ein angeschossenes Reh gefunden haben soll. „Natürlich muss man bei diesen Facebook-Beiträgen vorsichtig sein. Aber die Häufung dieser Vorfälle ist schon merkwürdig. Diese sollten nur einfach direkt der Polizei gemeldet werden“, appelliert Dupont an die Bevölkerung. Im Fall der angeschossenen Katze nimmt die Polizei in Barßel weiter unter t  04499/9430 Hinweise entgegen.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland