Ritterhude - Ein Jahr nach der Explosion einer Chemiefabrik in Ritterhude haben Messungen teils erhebliche Schadstoffbelastungen ergeben. Es gebe allerdings keine unmittelbare Gefahr für Anwohner des Betriebsgeländes der früheren Chemiefabrik, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Donnerstag nach einer Informationsveranstaltung für die betroffenen Bürger mit. Ein unabhängiger Sachverständiger werde nun ein Sanierungskonzept entwickeln, dessen zentrale Punkte der Rückbau der Tiefgarage und das Abtragen des belasteten Bodens sein werden.
Die Entsorgungsfirma für Chemieabfälle war am 9. September vergangenen Jahres mitten in einem Wohngebiet in dem kleinen Ort nahe Bremen in die Luft geflogen. Ein Mitarbeiter kam ums Leben. Die Druckwelle beschädigte rund 40 Häuser. Zahlreiche Familien verloren vorübergehend ihr Zuhause. Die Ursache der Explosion ist noch immer unklar. Die Ermittlungen werden voraussichtlich noch Monate dauern.
„Die Konzentrationen einzelner Schadstoffe überschreiten zum Teil deutlich die Prüfwerte des Bodenschutzrechts“, heißt es in der Mitteilung. Insgesamt seien mehr als 400 Proben genommen worden, um unter anderem die Boden- und Grundwasserbelastung zu ermitteln. Der Eigentümer habe bereits vor der Informationsveranstaltung seine Bereitschaft zur vollständigen Sanierung erklärt.
