ESCHEDE - Am neunten Jahrestag des schweren Zugunglücks von Eschede haben Angehörige an der Unfallstelle der 101 Opfer gedacht. „Eschede ist der Einschnitt in unsere Schicksale und wird nie vergessen werden“, sagte der Sprecher der Hinterbliebenen, Heinrich Löwen, am Sonntag an der Gedenkstätte am Bahndamm im niedersächsischen Landkreis Celle.

Nach fünf Schweigeminuten zum Unfallzeitpunkt 10.58 Uhr beteten die etwa 20 Versammelten das Vaterunser und legten Blumen am Gedenkstein mit den Namen der Getöteten nieder. „Es ist im Laufe der Jahre leichter geworden, mit dem Verlust umzugehen, aber zu dieser Stunde an diesem Ort geht es einem sehr nahe“, sagte Löwen.

Nach wie vor kritisch beurteilen die Hinterbliebenen die Haltbarkeit des Gedenksteins. Das im Jahr 2001 eingeweihte Monument aus Kalkstein direkt am Bahndamm hatte der Landkreis kurz vor dem achten Jahrestag wegen Nässe- und Frostschäden aufarbeiten lassen, weil Namen unleserlich geworden waren. Grundsätzlich sind die Angehörigen aber mit der Gedenkstätte zufrieden, zu der neben dem Namensstein, einer Treppenanlage und einem Eingangstor auch 101 für die Opfer gepflanzte Kirschbäume gehören.

Bei dem Unglück am 3. Juni 1998 war der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ wegen eines Radreifenbruchs entgleist. Er prallte mit einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern gegen eine Brücke. 101 Menschen starben, 105 wurden verletzt.

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