Eversten - Seit Dezember 2017 gilt vor der ehemaligen Comeniusschule an der Hauptstraße in Eversten Tempo 30 – und zwar in der Zeit von 7 bis 17 Uhr. Einige Verkehrsteilnehmer scheinen die neue Tempo-30-Zone vor der Schule jedoch noch nicht wahrgenommen zu haben oder sie zu ignorieren – denn sie würden sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung halten, berichtet ein NWZ-Leser, der dort häufig von der Edewechter Landstraße kommend in Richtung Innenstadt unterwegs ist. „Wenn ich auf 30 km/h runtergehe, werde ich öfter von rechts überholt und dann schert der Wagen wieder vor mir ein“, erzählt dieser.

Die Ð hatte bereits Anfang März über die Problematik berichtet. Damals hatte der Leiter des Herbartgymnasiums, Günter Tillmann, dessen Außenstelle die Schule dort ist, erklärt, dass die 30 Stundenkilometer kaum eingehalten werden würden. Viele würden dort 50 oder 60 Stundenkilometer fahren. Auch NWZ-Leser Lutz Weber berichtete: „Fährt man dort 30, egal ob auf der linken oder rechten Spur, wird man wild überholt, von Fahrzeugen aller Größen, bis hin zum Schulbus.“ Als Maßnahme hatte er unter anderem einen Blitzer vorgeschlagen.

Den gibt es bislang nicht. Allgemein habe es noch keine flächendeckenden und nachhaltigen Geschwindigkeitskontrollen vor den Einrichtungen mit den neuen Tempo-30-Bereichen gegeben, sagte Stadtsprecher Steffen Pilney – so auch nicht an der Hauptstraße. „Während einer Übergangszeit von circa sechs Monaten nach Aufstellung der Schilder sollte den Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die neuen Verkehrsregelungen einzustellen“, erklärt der Stadtsprecher.

Bei vereinzelten Kontrollen innerhalb der neuen Tempo-30-Bereiche im Stadtgebiet sei jedoch festgestellt worden, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen größtenteils eingehalten werden. Unmittelbar nach den Sommerferien – nach Ablauf der Frist – könnte es aber vor den Schulen und Kindergärten vermehrt zu Geschwindigkeitskontrollen kommen, so Pilney.

An der von vielen Autofahrern bemängelten Sichtbarkeit der neuen Verkehrsschilder hat sich indes nichts getan. Vor der ehemaligen Comeniusschule war von der Stadt geprüft worden, ein Schild vor der Bushaltestelle umzusetzen. „Die Überprüfung vor Ort hat allerdings ergeben, dass es keinen besseren Standort für das Schild gibt. Man müsste den Bereich sehr verlängern und würde dann über die vom Gesetzgeber vorgegebene Begrenzung von 300 Meter kommen“, berichtet der Stadtsprecher. Bei Überprüfungen an allen Einrichtungen seien zudem keine Beeinträchtigungen der Einsehbarkeit der aufgestellten Verkehrszeichen festgestellt worden.

Übrigens gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung vor den Schulen und Kindergärten auch in den Ferien. Für ein Aussetzen des Tempolimits wäre ein zusätzliches Schild notwendig und ein Abhängen sei aufgrund der Vielzahl der betroffenen Einrichtungen nicht praktikabel, so der Stadtsprecher.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland