Heide - Über Unrat aller Art stolpert Inga Wilkens bei ihrer „Hunderunde“ durch Heide häufiger – doch am Donnerstag voriger Woche entdeckte die Heiderin neben Hundehinterlassenschaften, entsorgten Kaffeebechern, herumliegenden Kippen und Getränkeflaschen etwas, das sie veranlasste, sofort zum Handy zu greifen und die Feuerwehr zu alarmieren: einen Ölfilm an der Oberfläche des Randgrabens. „Für die Vögel ist das eine Katastrophe“, sagt Inga Wilkens. Kürzlich erst habe sie im betreffenden Bereich einen Schwan gesehen.
Die Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor rückte kurze Zeit nach dem Anruf an und handelte umgehend: Im Graben neben der Sporthalle am Schulweg installierten 24 Einsatzkräfte eine Ölsperre aus Stroh, um das Öl aufzufangen.
Doch die war laut Inga Wilkens bereits am Sonnabend wieder entfernt, während am Gewässerrand noch immer Öl zu sehen gewesen sei. „Ich mache mir wirklich Sorgen, dass durch diese Ölverschmutzung die hier ansässige Tier- und Pflanzenwelt Schaden nehmen könnte“, sagt die Heiderin.
Auch die Unabhängigen Wähler (UWG) äußern sich besorgt. „Wir waren sehr froh über die schnelle Reaktion der aufmerksamen Bürgerin und der Feuerwehr. Umso größer ist unser Entsetzen über den Abbruch der Maßnahme und die dadurch weitere Gefährdung der Natur“, schreibt UWG-Pressesprecherin Sarah Kleesiek in einer Mitteilung. Die Ursache für den Ölschaden müsse so schnell wie möglich herausgefunden und beseitigt werden.
Beides ist unterdessen bereits geschehen. Laut Gerrit Finke von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Oldenburg stammt das Öl von einem rund eineinhalb Kilometer entfernten Betriebsgelände in Hoykenkamp, wo es über die Betriebsentwässerung in einen kleinen Teich gelangt und so in den Randgraben geflossen sei. „Der Ablauf wurde sofort geschlossen“, sagte Finke am Montag. Unklar sei noch, wie das Öl in die Entwässerung gelangt sei. Vorsatz ist aus Sicht des Landkreises nicht erkennbar.
Noch am Donnerstag hat die Untere Wasserbehörde den Ganderkeseer Umweltdienstleister K-Nord mit der Beseitigung des Ölfilms beauftragt. Einen erheblichen Schaden für die Tier- und Pflanzenwelt stelle der Vorfall nicht dar, meint Finke. Die noch immer sichtbaren Ölrückstände an der Wasseroberfläche würden für einen „Ölfilm in molekularer Stärke“ sprechen. Größere Mengen von Öl hingegen seien im Wasser unsichtbar, so Finke.
