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Nordwest-Bahn So kommt das Alkoholverbot in Ganderkesee an

Jonas Plewka

Ganderkesee - Durchweg positive Resonanz von den Zugbegleitern und zufriedene Fahrgäste: Die Einführung des Alkoholkonsumverbots in der Nordwestbahn vor gut zwei Wochen war laut Pressesprecher Maik Seete ein großer Erfolg. „Die Fahrgäste nehmen das Alkoholverbot an, akzeptieren und unterstützen es“, resümiert er die Umsetzung auf Anfrage der NWZ .

„Startschuss Weser-Ems“ ist der Name des Neuerungen-Programms der Nordwest-Bahn, welches am 11. Dezember in Kraft trat. Neben dem Ausbau von Ticketautomaten, Kundenservice, Fahrplanänderung und neuen Fahrzeugen beschloss die Nordwestbahn auch die Einführung eines generellen Alkoholkonsumverbots in ihren Zügen.

„Mit der Einführung eines Alkoholkonsumverbotes kommen wir dem Wunsch der überwiegenden Mehrheit unserer Fährgäste nach“, erläutert Wigand Maethner, Bereichsleiter Marketing und Kundenservice der Nordwest-Bahn. Eine repräsentative Forsa-Umfrage habe ergeben, dass sich 71 Prozent aller Deutschen für ein solches Verbot in Zügen aussprechen. Auch bei einer Umfrage der Nordwest-Bahn haben sich 75 Prozent der Fahrgäste positiv gegenüber der Neuerung geäußert, fügt Seete an. Das Verbot des Alkoholkonsums soll für mehr Sauberkeit und Sicherheit in den Zügen sorgen, die Atmosphäre verbessern und einen Vorbildcharakter für Kinder haben.

Mehr Ruhe im Zug

Auch Fahrgäste am Bahnhof Ganderkesee, die auf die neu eingeführte Regelung angesprochen wurden, reagieren durchweg positiv. „Ich finde das gut. Seit dem Alkoholverbot wissen die Leute, sich zu benehmen“, meint Marlis Kleßig (60) aus Ganderkesee, die jeden Tag nach Bremen pendelt. Der Meinung ist auch Leon Binder (17) aus Bremen: „Es macht Einiges gefährlicher, wenn man Alkohol im Zug zulässt.“

Nur weil ein Alkoholkonsumverbot eingeführt wurde, bedeutet es dennoch nicht, dass in Zukunft keine Fahrgäste zusteigen, die im Vorfeld schon alkoholisiert sind, befürchten die Fahrgäste: „Die Leute, die in der Bahn randalieren, haben sowieso vorher schon etwas getrunken, das kommt nicht vom Bier in der Bahn“, stellt Paul Böttcher (18) aus Ganderkesee fest. Elke Brüggemann (48) aus Magdeburg kennt die Problematik schon aus anderen Zügen: „Bei Junggesellenabschieden oder Fußballspielen sind die Leute ausgelassen, es ist anstrengend und laut.“

Weniger Verschmutzung

Dass die Umsetzung des Alkoholkonsumverbotes noch in den Kinderschuhen steckt – laut Nordwest-Bahn dauert die Kulanzphase bis zum 1. Februar, erst ab dann werden Bußgelder kassiert – merken aber auch die Ganderkeseer Fahrgäste: „Ein paar trinken noch, da machen die Schaffner aber nichts“, erzählt Steven Seemayer (27) aus Hude. Er meint allerdings: „Solange die Leute freundlich sind, macht das nichts.“ Ähnlich sieht das Paul Böttcher: „Bei Fahrten zum Weserstadion wird sowieso weitergetrunken. Da ist der Zug rappelvoll und man kann sich nicht mehr durchsetzen.“

Neben dem Fehlverhalten alkoholisierter Fahrgäste stört die Ganderkeseer aber vor allem auch die häufige Verschmutzung der Züge: „Wenn ich zum Freimarkt fahre, habe ich mich häufig darüber aufgeregt, dass etwas verschüttet wurde“, so Nicole Strickland (42) aus Ganderkesee. Dem schließt sich auch Simone Wenkel (43), Lokführerin der Nordwest-Bahn aus Ganderkesee, an: „Man stolperte häufig über leere Flaschen oder rutschte aus, wenn jemand etwas verschüttet hatte.“ Sie sieht eine Verbesserung, denn „es verging kein Wochenende, wo man nicht die Flaschen aufheben musste.“

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