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Kontrolle Mit Folie gegen Frostwetter geschützt

Falkenburg - Mit ordentlich Druck spritzt das Wasser aus dem Unterflurhydranten in der Ortsmitte Falkenburgs. Schnell springen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr ein paar Meter zur Seite, schließlich wollen sie nicht nass werden. Der erste Hydrant auf ihrer Liste an der Ecke Orthstraße/Alter Postweg funktioniert.

Einmal jährlich prüfen die Kinder und Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Falkenburg die im Boden versteckten Hydranten im Falkenburger Löschbezirk. 53 Hydranten stehen auf der Liste. Was die Jugendfeuerwehr an diesem Nachmittag nicht schafft, übernehmen die erwachsenen Kameraden in den kommenden Tagen.

Nicht so einfach

So einen Hydranten zu finden, ist für Laien gar nicht so einfach. So gibt es auf Falkenburger Gebiet nämlich nur zwei Oberflurhydranten, alle anderen sind Unterflurhydranten, die an den braunen Deckeln mit der Aufschrift „Hydrant“ zu erkennen sind.

Wo der nächste Hydrant an der Ecke Orthstraße/Alter Postweg zu finden ist, weiß Neele. Die Elfjährige war schon im vergangenen Jahr bei der Hydrantenüberprüfung dabei. Schnell hat Neele das weiße Hinweisschild (siehe Infobox) mit dem roten Rand und dem „H“ entdeckt und erkennt, wo sich der Hydrant befindet: Die untere Zahl gibt an, wie weit er vom Schild entfernt ist, das sind in diesem Fall 13,4 Meter. Außerdem muss sie noch 0,8 Meter nach rechts, das zeigt die Zahl auf der rechten Seite. Die große Zahl oben gibt den Durchmesser der Leitung in Millimetern an. Daran kann die Feuerwehr erkennen, wie viele Liter Wasser pro Minute aus dem Hydranten kommen.

Die Kameraden der Feuerwehr Falkenburg wissen allerdings auf ihrem Gebiet in der Regel auch ohne Schilder, wo die Hydranten liegen, erklärt die stellvertretende Jugendwartin Kerstin Bande: „Hier finden wir die Hydranten schnell. In Ganderkesee zum Beispiel würde es länger dauern, aber da wissen dann ja die Ganderkeseer Bescheid.“

Dieser Hydrant liegt zum Glück frei. Das ist leider nicht immer so, berichtet Jugendfeuerwehrbetreuer Jürgen Hagestedt. Einige sind auch mal zugewachsen. Dann trägt die Feuerwehr das in eine Mängelliste ein, die reicht der Ortsbrandmeister dann an die Gemeinde oder den Wasserverband weiter. Vor etwa zehn Jahren sei es sogar mal vorgekommen, dass ein Hydrant bei Straßenbauarbeiten zugeteert wurde, erinnert sich Hagestedt. Zum Glück sei das bei der Überprüfung und nicht etwa im Einsatz aufgefallen.

Dass ein Hydrant zugeparkt werde, komme nur selten vor. „Zur Not wuppen wir das dann weg, da gibt es dann schon Möglichkeiten, ohne das Auto großartig kaputt zu machen“, sagt Hagestedt. Zuständig für die Hydranten sei der Wasserversorger, es sei aber natürlich hilfreich, wenn auch die Bürger darauf achten, dass Hydranten nicht zugewachsen sind und von Schnee befreit werden.

Der Hydrant ist gefunden. Nun geht es ans Öffnen. Danny holt den Hydrantenschlüssel und hebt den Deckel an. Dann geht er auf die Knie und schaut in das Loch. „Da sind ziemlich viele Wurzeln drin“, stellt der Zehnjährige fest. Die müssen raus, sonst staut sich das Wasser und sie kommen nicht an den Hydranten, erklärt Kerstin Bande.

Eintrag in die Mängelliste

Der Hydrant ist von Wurzeln befreit. Marlon und Danny setzten das Standrohr drauf und drehen es fest. Obwohl auch Marlon an diesem Nachmittag zum ersten Mal am Treffen der Jugendfeuerwehr teilnimmt, darf der Zwölfjährige nun den Hydranten aufdrehen: Wasser marsch!

Aber noch sind die Jugendlichen nicht fertig. Nun müssen sie auch prüfen, ob das Wasser wieder abfließt. „Nein!“, meldet Danny. „Der ist verstopft!“ Jürgen Hagestedt holt eine Pumpe. „Das schreiben wir in die Mängelliste“, erklärt Kerstin Bande, „sonst friert uns der noch zu.“

Damit genau das nicht passiert, legt die elfjährige Cheyenne am Ende eine Folie zwischen Unterflurhydrant und Deckel. Fertig – zumindest hier! Das war Hydrant Nummer 1 auf der Liste.

Übrigens sucht die Jugendfeuerwehr noch Mitstreiter: Willkommen sind Jungen und Mädchen ab zehn Jahren. Wer neuneinhalb Jahre ist, darf zum Schnupperdienst vorbeikommen. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich 14-tägig samstags von 15 bis 17 Uhr im Feuerwehrhaus in Falkenburg.

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