Oldenburg - Auch die Veröffentlichungen der jüngsten Tage haben bislang keine neuen Erkenntnisse zu dem mysteriösen Todesfall des 17-jährigen Oldenburgers Mike Mansholt auf Malta ergeben. Für die Familie ist es schmerzlich, nach fast einem Jahr die Umstände seines Todes nicht aufklären zu können.

Vor allem haben sie überhaupt kein Verständnis mehr dafür, dass die maltesischen Ermittlungsbehörden ihnen die Abschlussberichte nach elf Monaten immer noch vorenthalten. Bernd Mansholt vermutet, dass das kein Zufall ist, sondern mit Absicht geschieht. Ebenso wie man ihnen Besitztümer ihres Sohnes, wie etwa eine GoPro-Kamera, vorenthalte. Auch der schwarzkarierte Rucksack fehle noch. Daher hatte Mikes Vater sich entschieden, jetzt noch einmal mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen, so schmerzlich es auch alles wieder aufwühle. Familie und Freunde hatten im August 2016 von Mike Abschied genommen, anschließend war er im Familienkreis auf See bestattet worden.

Aber weil noch so viele Fragen offen sind, kommt die Familie nicht zur Ruhe. Dazu zählt vor allem, warum man ihnen gesagt habe, ihr Sohn sei an den steilen Dingli Cliffs abgestürzt. Eine offizielle Revision dieser Aussage aus Malta liegt bis heute nicht vor. Erst seit der zweiten Obduktion im August 2016 in Deutschland gibt es den offiziell dokumentierten Befund, dass Mikes Körper keinen Knochenbruch aufwies, obwohl er aus so großer Höhe abgestürzt sein sollte. Lediglich einige Abschürfungen dokumentiert der Mediziner.

In diesem Obduktionsbericht wird auch attestiert, dass dem Körper nicht nur die meisten Organe, sondern auch das Gehirn fehlten. Dass Mikes Organe auf dem Schwarzmarkt für Organhandel verkauft worden sein könnten, hat auch Mikes Vater ausgeschlossen. Schließlich müssen Organe, die transplantiert werden, durchblutet bleiben und werden etwa per Helikopter gekühlt zu dem Empfänger geflogen. Als Mikes Leichnam am 26. Juli auf Malta gefunden wurde, hat niemand solche Spuren dokumentiert.

Nach Auskunft von Mansholt besaß sein Sohn keinen Organspenderausweis. Auch nach maltesischem Recht müssen die Angehörigen zustimmen, wenn einem Toten Organe entnommen werden. Sie seien nicht gefragt worden. Gemeinsam mit Mikes Schwester Maria hat er daher Strafanzeige gegen das Krankenhaus erstattet. Mansholt vermutet, dass die Organe zu Studienzwecken an die nahegelegene Universität weitergereicht worden seien.

Er kann sich vorstellen, dass sein Sohn beim Sport einen Hitzschlag erlitten haben könnte. Der junge Mann sei extrem durchtrainiert gewesen.