Oldenburg - „Endlich“ war am Sonntag auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Haartentor das meistgehörte Wort. Endlich hat die Ortswehr eine „angemessene Unterkunft, die zeitgemäßen Standards entspricht“, wie Erste Stadträtin Silke Meyn bei der Einweihungsfeier des neuen Gerätehauses feststellte. Auch der stellvertretende Stadtbrandmeister Mirko Mennrich atmete auf: „Zum ersten Mal ist die Feuerwehr Haarentor unter einem Dach zu Hause.“

Bislang waren Einheiten und Fahrzeuge auf verschiedene Gebäude und Garagen am Artillerieweg verteilt. 2005 hatte die Feuerwehr-Unfallkasse erstmals ausführlich Mängel aufgelistet, 2010 wurden erneut erhebliche sicherheitstechnische Defizite deutlich gemacht mit der Maßgabe, dringend Abhilfe zu schaffen.

Das hat die Stadt durch eine „große Lösung“, die rund 950 000 Euro gekostet hat, getan. Dies sei der erste Schritt bei der Verwirklichung des Standortentwicklungsplans für die Feuerwehr, betonte Silke Meyn.

Das neue Feuerwehrgerätehaus enthält einen Unterkunftsbereich, in dem sich nach Geschlechtern getrennte Umkleiden und Sanitäreinrichtungen, ein Büro, eine Teeküche sowie ein Bereitschaftsraum befinden. Der Bereitschaftsraum dient gleichzeitig als Schulungsraum, in dem regelmäßig Dienstabende zur Aus- und Weiterbildung stattfinden. Die Fahrzeughalle bietet Stellflächen für die insgesamt sieben Einsatzfahrzeuge. Zudem verfügt die Ortswehr im neuen Domizil über ein Einsatzmittellager für ihren ABC-Zug. „Wir haben hier jetzt optimale Bedingungen“, freute sich Ortsbrandmeister Frank Tappenbeck. Er hob die vielen Eigenleistungen hervor, mit denen die Brandbekämpfer das Projekt unterstützt haben.

Den seit 1999 zur Ortsfeuerwehr Haarentor gehörenden ABC-Zug leitet der stellvertretende Stadtbrandmeister Mirko Mennrich in Personalunion. Für seine Leute und ihn gab es am Sonntag einen weiteren Grund zur Freude: Der Leitende Regierungsdirektor der Polizeidirektion Oldenburg, Jürgen Grüll, übergab ihm Schlüssel und Papiere für einen neuen Dekontaminationslastwagen. Der Bund hat das rund 220  000 Euro teure Fahrzeug für den Katastrophenschutz der Stadt Oldenburg zur Verfügung gestellt. Es dient in erster Linie zur Gefahrenabwehr bei chemischen, biologischen und radiologischen Kontaminationen und wird zur Entgiftung und Entseuchung eingesetzt. „Etwa 30 Personen können pro Stunde durchgeschleust werden“, berichtete Mennrich. Stadtbrandmeister Bernhard Möller hob hervor, dass der Allrad-Lkw auch als Transportfahrzeug genutzt werden und bei Hochwasserlagen auch unzugängliche Gebiete erreichen kann.

Nach der Schlüsselübergabe nutzten die Besucher der von Klängen des Petersfehner Blasorchesters „Brass-Sax“ untermalten Einweihungsfeier die Gelegenheit, das neue Gebäude zu erkunden. Was einigen auffiel: eine Brandmeldeanlage fehlt. „Die bekommen wir noch“, hofft Mennrich, „damit es uns nicht so ergeht wie den Everster Kollegen“.