Ganderkesee - Wer am Montagabend angesichts der Feuerwehrfahrzeuge im Ganderkeseer Industriepark die Sorge hatte, dort könnte ein Brand ausgebrochen sein, der sei beruhigt: Der Einsatz, den die Kameraden der Ganderkeseer Ortswehr zu absolvieren hatten, war zwar nicht minder schweißtreibend als ein Brandeinsatz, doch es war keine Gefahr im Verzug. Die Einsatzkräfte betrieben Vorsorge, um auch künftig im Dienst für die Allgemeinheit fit und einsatzfähig zu sein.

Axel Hollmann, seit dem Sommer Ortsbrandmeister in Ganderkesee, beobachtet mit Sorge, dass immer weniger Kameraden tauglich für den extrem belastenden Einsatz unter Atemschutz sind. 20 Kilo wiegt allein die Ausrüstung, mit der sich Atemschutzgeräteträger in völliger Dunkelheit und bei großer Hitze durch oftmals enge Gänge bewegen müssen. Beim Arzt und beim Sporttest in der Feuerwehrtechnischen Zentrale müssen die Einsatzkräfte jedes Jahr aufs Neue überzeugen, um weiterhin tauglich geschrieben zu werden.

Um die Zahl der aktuell 24 tauglichen Atemschutzgeräteträger seiner Wehr mindestens zu halten, besser noch zu erhöhen, hat Hollmann jetzt ins Ganderkeseer „Life-Studio“ gebeten. Dort absolvierten die Kameraden am Montagabend ein Schnuppertraining. Vorerst für drei Monate sei die Mitgliedschaft für 20 Einsatzkräfte finanziert, berichtete Hollmann. Sein Ziel: bei der nächsten Jahreshauptversammlung mit deutlich verbesserten Fitness-Werten zu überzeugen.

„Wer untauglich wird, hat die Gemeinde Ressourcen und Geld gekostet“, so Hollmann. Allein die Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers koste knapp 2000 Euro, rechnet er vor. Die solle möglichst lange genutzt werden. Zudem möchte er auf erfahrene Kameraden im Einsatz nicht verzichten müssen.

Dennoch sei das Training im Fitnessstudio für niemanden verpflichtend, betont Hollmann. Er setzt auf den Wettbewerbsgeist seiner Leute, die einander idealerweise gegenseitig anspornen würden. Und allzu viel Zeit müssten sie für eine bereits deutlich verbessere Fitness gar nicht investieren, machten Heidi Diegruber, stellvertretende Studioleiterin, und Trainerkollege Simon Scheer den Feuerwehrleuten Mut. „Zweimal pro Woche kann schon viel bringen“, so Scheer.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee