Oldenburger Land - Der Anteil der Frauen bei den Freiwilligen Feuerwehren im Oldenburger Land nimmt zu. „Es könnten trotzdem noch mehr sein. Aber dort, wo Frauen im Einsatz sind, kriegt man nur positive Rückmeldungen“, sagt Gerd Junker (Bockhorn), Vorsitzender des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV). Derzeit verfügt der OFV über rund 9500 Feuerwehrleute. Auch in der Region werde man sich weiter um weiblichen Nachwuchs bemühen, so Junker weiter.
Das funktioniert bereits bei der Feuerwehr in Cleverns bei Jever bestens. „Von unseren 32 Wehrleuten sind acht Frauen“, so Ortsbrandmeister Bernd Eggers. Es fing mit der Tochter des Vorgängers von Bernd Eggers an und setzte sich vor allem mit Töchtern und Schwestern anderer Wehrleute fort. „Das läuft völlig ohne Probleme“, betont der Ortsbrandmeister.
Den Feuerwehrnachwuchs rekrutiert die Wehr in Bösel (Kreis Cloppenburg) überwiegend aus dem eigenen (auch weiblichen) Nachwuchs. „Der größte Teil war vorher in der Jugendfeuerwehr. Das ist unsere Vorsorge“, erklärt Gemeindebrandmeister Franz-Josef Nording. Dennoch hat Nording ein anderes Problem ausgemacht: „Früher arbeiteten unsere Leute alle am Ort, heute arbeiten viele überall weit verstreut. Unsere Tagesalarmstärke macht mir mehr Sorgen als unsere Mitgliederzahl, die stabil ist.“
Mitgliederschwund ist also derzeit (noch) kein Thema beim Oldenburgischen Feuerwehrverband mit seinen 101 Jugendgruppen und 9500 Wehrleuten. Aber es ist längst kein Selbstläufer. „Wir werden bei der Imagekampagne des Landes mitmachen und sie unterstützen. Denn diese Probleme können uns auch in ein bis zwei Jahren ereilen“, so der OFV-Vorsitzende Gerd Junker.
Vor fünf bis sechs Jahren sei es, so Junker weiter, noch normal gewesen, dass 90 Prozent aus den Jugendgruppen auch in die aktive Feuerwehr wechselten: „Das ist heute nicht mehr so.“ Junker führt dies vor allem auf berufliche Entscheidungen zurück. Ein Mittel, den Nachwuchs früh an die Feuerwehr zu binden, sind Kindergruppen. Mittlerweile gibt es sieben solcher Gruppen: fünf im Landkreis Wesermarsch und je eine in Ganderkesee und Wilhelmshaven.
