Sandkrug - Dichte Rauchschwaden, um Hilfe schreiende Menschen, Blaulichtgewitter: Bevor der Gasthof Sandkrug demnächst abgerissen wird, diente er am Montagabend noch als Kulisse für eine große Feuerwehrübung. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren im Einsatz: Die vier Freiwilligen Feuerwehren aus der Gemeinde Hatten – Sandkrug, Sandhatten, Kirchhatten und Dingstede – außerdem die Kameraden aus Altmoorhausen (Gemeinde Hude) sowie die Drehleiter aus Ganderkesee.

Das von den Sandkrugern entwickelte Szenario ging davon aus, dass zehn Menschen aus dem Gasthof zu retten waren. Viele unter Schock, einige auch durch das Feuer und den Rauch verletzt. Für einen möglichst realistischen Eindruck sorgte die Realistische Unfalldarstellung der Malteser, die das Schminken der „Verletzungen“ übernahm.

Ein grundsätzliches Problem hatte Einsatzleiter Wolfgang Wilder gleich zu Beginn zu lösen. Es galt auf relativ beengtem Raum alle anrückenden Fahrzeuge so zu platzieren, dass es zu keinen gegenseitigen Behinderungen kam. Das galt um so mehr, als die Drehleiter freien Zugang zum Dachgeschoss des Gasthofs brauchte. Nach einer Weile wurde sie bewusst „als defekt“ gemeldet, damit die Atemschutzgeräteträger noch zusätzlich gefordert wurden. Das Üben in abbruchreifen Häusern wie dem Gasthof ist für die Feuerwehr ein großer Gewinn, wie Gemeindebrandmeister Stefan Heinke betont. „Hier gibt es Trümmerteile, die Zimmer sind durch Gerümpel verstellt, und wir können auch mit Wasser arbeiten, das macht die Übungen gleich viel realistischer.“

Die Bilanz der Übung, die von einigen Sandkrugern Bürgern verfolgt wurde, fällt positiv aus. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt, auch mit den Kameraden aus den Nachbargemeinden“, sagt Heinke. Am kommenden Donnerstag wird auf der nächsten Gemeindekommandositzung, an der alle Hatter Ortsbrandmeister teilnehmen, noch über die Übung geredet.