FLADDERLOHAUSEN - Katastrophenalarm auf dem Gelände des ehemaligen Munitions-Depots im Holdorfer Ortsteil Fladderlohausen. Ein Waldbrand bedroht die Gebäude auf dem Gelände, Menschen flüchten, verletzten sich, werden vermisst: Einem Übungsszenario der schwierigen Sorte stellte sich die Feuerwehrbereitschaft 3 des Landkreises Diepholz am Sonnabendnachmittag. 120 Feuerwehrleute übten dreieinhalb Stunden lang den Ernstfall in ihren Disziplinen: Retten, Löschen, Bergen, Helfen.
Urheber der Katastrophenübung war der Bereitschaftsführer des Landkreises Vechta, Manfred Kathmann. Seit April grübelten er und sein Team über der Großübung. „Es darf nicht langweilig werden. Jeder Feuerwehrmann muss gefordert sein“, erklärte Kathmann (Lohne) das Ziel der Überlegungen. Das weitläufige Gelände in Fladderlohausen mit viel Wald, zahlreichen Bunkern, in denen heute Feuerwerkskörper deponiert sind, und Gebäude samt verzweigtem Untergeschoss bot dafür die idealen Voraussetzungen.
Als gegen 14.15 Uhr die Feuerwehrleute aus den Diepholzer Südkreis-Gemeinden mit 26 Fahrzeugen vom Schützenplatz in Fladderlohausen ausrückten, schien die Lage noch übersichtlich. Bereitschaftsführer Heino Witte schickte seine Züge zur Waldbrandbekämpfung, es galt zudem, umgestürzte Bäumen zu entfernen und Autofahrer zu retten, die auf der Flucht vor den Flammen verunglückt waren.
Doch schon nach kurzer Zeit baute Übungsleiter Kathmann knifflige Zusatzaufgaben ein. So detonierten ein Feuerwerkskörper in einem brennenden Bunker, eine Person klemmte unter einem Altpapiercontainer fest. Außerdem mussten die Feuerwehrleute aus dem vernebelten und weit verzweigten Keller des Holdorfer Bauhofs, der auch auf dem Gelände beherbergt ist, eine vermisste Person retten.
Schnell, kreativ und im Sinne der Beobachter lösten die Diepholzer Feuerwehrleute ihre Aufgaben, so die Bilanz. Bereitschaftsführer Heino Witte und sein Vechtaer Kollege Manfred Kathmann waren am Ende zufrieden.
