Löningen/Essen - Gleich zwei Großbrände haben am Wochenende die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Cloppenburg beschäftigt. Einer der Großbrände brach am Sonnabend gegen 13.30 Uhr auf einem landwirtschaftlichen Gehöft in Essen-Herbergen aus. Innerhalb kurzer Zeit war eine schwarze Rauchwolke über dem Hof zu sehen. Als die ersten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, ließ Ortsbrandmeister Magnus Bäker angesichts des Ausmaßes des Feuers über die Einsatzleitstelle in Oldenburg auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Bevern, Lastrup, Löningen und Cloppenburg alarmieren.
Die rund 120 Einsatzkräfte waren mit mehr als 20 Fahrzeugen vor Ort, darunter befanden sich zwei Drehleitern und ein Großtanklöschfahrzeug. Mit dabei waren auch drei Rettungswagenbesatzungen und das Kriseninterventionsteam. Unterstützung leistete der stellvertretende Kreisbrandmeister Berthold Bäker, der die Brandbekämpfung gemeinsam mit den Gemeinde- und Ortsbrandmeistern koordinierte.
Während der eine Teil der Mannschaft gegen die Flammen vorgingen, versuchte der andere unter schwerem Atemschutz, möglichst viele Schweine und Rinder in Sicherheit zu bringen. Bis zum Abend zogen sich die Löscharbeiten hin. Zu diesem Zeitpunkt war der Besitzer des Hofs bereits ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 49-Jährige hatte versucht, in das brennende Gebäude zu gelangen und sich dabei Verbrennungen im Gesicht zugezogen. Er wurde im Quakenbrücker Klinikum behandelt.
Die Stallungen brannten komplett nieder. „Vermutlich konnten nicht alle Tiere gerettet werden“, teilte die Polizei-Pressestelle am Sonntag mit. Der Sachschaden wird vorläufig auf rund eine Million Euro geschätzt. Es wird vermutet, dass der Brand im Strohlager ausgebrochen ist.
Am Sonntag brach dann gegen 7.50 Uhr ein weiteres Feuer aus, dieses Mal war eine Hackschnitzelheizanlage auf einem Bauernhof an der Röpker Straße in Löningen-Winkum betroffen. Für die Einsatzkräfte in Löningen wurde Sirenenalarm gegeben, Unterstützung leistete die Freiwillige Feuerwehr Lastrup. Innerhalb kurzer Zeit waren die Kräfte auf dem Weg zu dem brennenden Gebäudetrakt, aus dem noch ein Traktor geholt werden konnte. Weitere Geräte – so etwa ein Radlader – wurden ein Raub der Flammen, ebenso wie die Heizungsanlage und die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude konnte verhindert werden.
„Der Schaden wird durch die Beamten der Tatortgruppe der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta vorläufig auf 300 000 Euro geschätzt“, teilte die Polizei-Pressestelle mit. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an, ein technischer Defekt scheint jedoch wahrscheinlich, so die Polizei.
Insgesamt waren die Freiwilligen Feuerwehren Löningen und Lastrup mit rund 70 Einsatzkräften vor Ort. Unterstützt wurden sie vom ABC-Trupp Cloppenburg und zwei Rettungswagenbesatzungen.
