Hannover - Er fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. Er befürchtet, dass der gewaltsame Tod seiner Schwester ungesühnt bleibt. Fast 25 Jahre nach dem Verschwinden der damals 26-jährigen Franziska beklagt Hubertus Sander die jahrzehntelange Untätigkeit der Polizei.

Schon 1994 hätte man Hinweisen der Geschwister nachgehen müssen, sagte der Rechtsanwalt der Opfer-Angehörigen, Matthias Waldraff, am Donnerstag in Hannover. Erst ab 2014 sei intensiv ermittelt worden. Nach Überzeugung der Ermittler erwürgte der Ehemann die damals 26-Jährige Anfang 1992 und schweißte die Leiche in einem Fass ein. Im September entdeckten die Beamten das Fass mit den sterblichen Überresten der Frau in einer Garage in Neumünster, wo der 52 Jahre alte Tatverdächtige heute lebt.

Der Beschuldigte ist auf freiem Fuß. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft Hannover von Totschlag aus, der nach 20 Jahren verjährt. Eine Einstellung des Verfahrens ist daher wahrscheinlich, die Ermittlungen laufen aber noch.

Für die Angehörigen des Opfers ist das kaum erträglich, zumal sie schon in den 1990er Jahren die Polizei einschalten wollten, aber abblitzten. Damals hieß es, der Ehemann müsse eine Vermisstenanzeige erstatten. Doch dieser erklärte, Franziska sei ins Ausland gezogen.