Wilhelmshaven/Hooksiel - In Hooksiel kocht die Gerüchteküche: Eine junge Frau soll am vergangenen Mittwoch, 12. August, schwer misshandelt und vergewaltigt worden sein. Die Frau wurde nach einem längeren Martyrium nackt, schwer verletzt und noch teilweise gefesselt an der Hooksieler Landstraße gefunden.
Sie wurde von Passanten gerettet, nachdem ihr zuvor die Flucht durch ein Dachfenster gelungen war. Dabei hat sich die 30 Jahre alte Frau aus Wilhelmshaven unter anderem den Fuß gebrochen.
Die Polizei hatte aus Gründen des Opferschutzes bisher keine Informationen über diesen Fall herausgegeben. Am Montag teilte Andrea Papenroth, Sprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland mit, dass der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft genommen wurde.
Taten gefilmt
Nach Informationen der NWZ soll der mutmaßliche Täter der 38-jährige Arbeitgeber des Opfers sein. Die Tat soll sich in den Geschäftsräumen einer Ferienwohnungsvermietung an der L 810 kurz vor Hooksiel ereignet haben. Demnach soll der Täter – er war maskiert – die junge Frau bereits am Morgen an ihrem Arbeitsplatz überfallen, sie an Händen und Füßen gefesselt und geknebelt haben. Dann soll er sich äußerst brutal an ihr vergangen haben. Dabei soll er auch Filmaufnahmen gemacht haben.
Den Informationen zufolge soll der Täter schließlich von seinem Opfer abgelassen und das Haus verlassen haben. Türen und Fenster waren verschlossen und die Rollläden heruntergelassen. Das Opfer schleppte sich ins Obergeschoss des Hauses. Dort rief die Frau aus einem Dachfenster heraus vergebens um Hilfe. Schließlich kletterte sie aus dem Fenster, um zu fliehen.
Zeugen, die die Frau entdeckten, riefen die Polizei, die mit großem Aufgebot anrückte. Bald darauf kehrte der mutmaßliche Täter unmaskiert an den Tatort zurück. Der Mann, den die 30-jährige in panischer Angst als ihren Peiniger identifizierte, wurde festgenommen.
Opfer im Krankenhaus
Tatmotiv soll zurückgewiesene Liebe sein. Der Mann hatte seine Angestellte offenbar wiederholt bedrängt und sich um sie bemüht. Allerdings vergeblich.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde Haftbefehl erlassen: Seit 13. August sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Tat. Das Opfer wird nach wie vor im Krankenhaus behandelt. Die Ermittlungen dauern an. Gegen den Mann, einen Familienvater, laufen Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung.
