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Flugplatzserie Freie Sicht auf Landebahn und Luftraum

Claus Hock

Ganderkesee - „Herzlich willkommen auf dem kleinen Tower Ganderkesee“, sagt Annette Zoschke (56). Der „Tower“ ist ihr Reich – auch wenn der kleine Turm am Flugplatz Ganderkesee offiziell gar nicht Tower heißt. „Flugleitung“ ist die korrekte Bezeichnung, erklärt die Flugleiterin, die sich den Job mit sieben weiteren Personen teilt.

„Viele sind ehemalige Controller aus Bremen“, weiß die Falkenburgerin. Ein Flugschein sei nicht zwingend erforderlich, erklärt Annette Zoschke. „Technischer Sachverstand reicht.“ Und das Sprechfunkerzeugnis in Deutsch und Englisch.

Stets freundlicher Ton

Mehrere Bildschirme müssen die Flugleiter in Ganderkesee im Auge behalten, das Faxgerät spuckt zwischendurch Unwetterwarnungen aus, das Telefon klingelt und ankommende Flieger melden sich über Funk an. „Die Kommunikation mit den Piloten gehört zu unseren Hauptaufgaben“, erklärt Zoschke, deren Sohn selbst Pilot ist. Windrichtung und Stärke nennen, Landebahnen zuweisen und den Luftdruck durchgeben – das sind die häufigsten Inhalte der kurzen Funksprüche. „Der Luftdruck ist für die Piloten wichtig, damit sie ihren Höhenmesser richtig einstellen können.“

Es herrscht ein freundlicher Umgangston, die meisten Piloten sind Stammgäste und kennen „ihre“ Flugleiter.

Kontakt nach Bremen

Manchmal müssen die Ganderkeseer Flugleiter aber auch mit den Kollegen im großen Tower in Bremen Kontakt aufnehmen. Beispielsweise, wenn ein angekündigter Flieger überfällig ist. „Dann fragen wir, ob er sich bei den Kollegen schon angemeldet hat“, so die Flugleiterin. Das würde auch alles ganz kollegial ablaufen.

Die Dienstzeiten sind fest geregelt, sommers und winters stets von 9 Uhr morgen bis zum Sonnuntergang „plus 30“, maximal jedoch 20 Uhr. Aber auch außerhalb dieser Zeiten ist der Anflug möglich. „PPR“ nennen die Profis das, der Anflug „Prior Permission Required“ (deutsch: vorherige Erlaubnis nötig). Damit ist der Anflug auch in der Nacht möglich, nach Sichtflug. Und das bringt auch den einen oder anderen Prominenten in die Gantergemeinde, denn: Die Nachtfluggenehmigung sorgt dafür, dass Prominente, die nach Bremen wollen, mit gecharterten Flugzeugen in Ganderkesee landen.

Aber auch Kunden am Boden müssen Annette Zoschke und ihre Kollegen versorgen. Vom „Tower“ aus wird nämlich auch die Tankstelle gesteuert, an der es drei Sorten Treibstoff gibt. Aber auch die Flugfeldbeleuchtung wird von dem rechteckigen Raum mit Rundumblick aus gesteuert. „Wenn das Wetter so ein bisschen schmuddelig ist, dann ist das Licht hilfreich für die Piloten“, erklärt Zoschke.

Ein Pilot meldet sich über Funk, routiniert antwortet Annette Zoschke ihm. Auf Bahn zwei kann er landen.

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