Schweiburg - Im Totschlagsprozess gegen einen 35 Jahre alten Mann hat der Angeklagte zum Auftakt auf Erinnerungslücken verwiesen. Er sprach am Donnerstag am Landgericht von einem „kompletten Filmriss“ in Bezug aufs Tatgeschehen.

Laut Anklage wurde die 26 Jahre alte Lebensgefährtin des Mannes in ihrer Wohnung in Schweiburg (Kreis Wesermarsch) am 9. September 2014 mit 16 Messerstichen so schwer verletzt, dass sie noch am Tatort starb. Ihr eineinhalbjähriges Kind blieb unverletzt. Der Angeklagte soll unmittelbar nach der Tat die Rettungskräfte verständigt haben. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der 35-Jährige beschrieb auf Befragung des Vorsitzenden Richters Sebastian Bührmann detailliert den Ablauf. Kurz vor der Tat habe er noch auf der Bettkante seiner Lebensgefährtin gesessen. Das nächste ihm präsente Bild sei, wie er mit einem blutbeschmierten Küchenmesser in der Hand im Türrahmen stand und das Opfer ans Bett gelehnt auf dem Fußboden lag.

Er habe daraufhin sofort die Rettungskräfte angerufen. Der Angeklagte räumte ein, dass sich seine Lebensgefährtin von ihm habe trennen und mit dem gemeinsamen Kind nach Sachsen ziehen wollen.

Am Tattag hätten sie einen Termin beim Jugendamt gehabt, bei dem die Modalitäten des Sorge- und Umgangsrechts festgelegt worden seien. Am Abend habe die Lebensgefährtin ihm im Internet noch die zukünftige Kindertagesstätte des Sohnes gezeigt.

Er erinnere sich noch, dass es dann zu einem lauten Wortwechsel gekommen sei und ergänzte, dass es Tage zuvor beim Besuch der Mutter des Opfers in Jade zu einem Zerwürfnis gekommen sei. Den Tod der Freundin bezeichnete er als unglaublich, er habe das nie gewollt und noch versucht, zu helfen.