Friedrich-August-Hütte - Die Beschaffung eines neuen gebrauchten und gut erhaltenen Fahrzeugs für die Feuerwehr kann eine äußerst komplexe und langwierige Sache sein. Das zeigte sich am Freitag, als der Nordenhamer Ortsbrandmeister Christian Stahl über die Suche nach einem geeigneten Wechsellader für die Freiwillige Feuerwehr berichtete.

Bereits 2015 hatte sich herauskristallisiert, dass die Neuanschaffung eines solchen Dreiachsers erforderlich war. Doch die sich daran anschließende Marktsondierung im Folgejahr war äußerst ernüchternd. Ein auf den ersten Blick geeignetes Fahrzeug erwies sich als zu teuer und zu alt, und erst durch Zufall tat sich Ende 2016 eine Alternative auf, nachdem ein Feuerwehrkamerad nachts im Internet fündig geworden war.

Das von ihm entdeckte Fahrzeug, das bislang von der Kommunalen Abfallwirtschaft Rostock genutzt worden war, machte sofort einen guten Eindruck: ein 26-Tonnen-Fahrgestell, 320 PS, 120 000 gelaufene Kilometer, Lenk-Liftachse, hydraulische Verriegelung, Rundumleuchten und einige zusätzliche Extras wie Klimaanlage, Sitzheizung und Sonnenblende.

Allerdings lag auch dieser Wechsellader, der am Freitag endlich offiziell an die Feuerwehr Nordenham übergeben werden konnte, deutlich über dem Budget. Aber Not macht bekannt erfinderisch. Da der Verkäufer in Bovenden bei Göttingen zugleich über ein Museum mit ausrangierten Fahrzeugmodellen verfügt, wurde kurzerhand improvisiert und ihm die Überlassung von Nordenhamer Altfahrzeugen angeboten.

Und so konnte der neue gebrauchte Wechsellader im Juni vergangen Jahres tatsächlich nach Nordenham überführt werden, wo er in den Folgemonaten mit einer Blaulichtanlage versehen und neu lackiert wurde. „Im Nachhinein ein langes Projekt, aber eines, das wieder Spaß gemacht hat und die Kameraden motiviert“, freute sich Christian Stahl, der im Gerätehaus in der Strehlener Straße allen Beteiligten seinen Dank aussprach.

Auch Stadtbrandmeister Ralf Hoyer und Carsten Seyfarth lobten in ihren Grußworten die gelungene Kooperation, die enorme Kreativität und das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Beschaffungswegs. Es lohne sich eben, wenn alle an einem Strang ziehen und sich auch Rat und Verwaltung flexibel zeigen. „Das ist ein ganz tolles Fahrzeug, das sich sehen lassen kann“, sagte der Bürgermeister. „Hier wurde trotz der beschränkten Geldmittel einfach das Beste aus der Situation herausgeholt.“

Die Kosten für die Neuanschaffung belaufen sich auf rund 83 000 Euro. Ein Neufahrzeug wäre mindestens doppelt so teuer gewesen.