FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE - Einmal im Monat sind die Jungen und Mädchen des Kinderhorts der Arbeiterwohlfahrt am Plaatweg besonders aufgeregt. Denn dann gehts ab zur Dienststelle des Technischen Hilfswerks in Friedrich-August-Hütte. Nicht mit dem Schulbus oder mit dem Auto, das wäre viel zu langweilig. Die Kinder werden von den Blauen Engeln in Atens mit Dienstfahrzeugen abgeholt. „Und wir achten sogar darauf, dass wir nicht immer mit denselben kommen“, sagt der Ortsbeauftragte Michael Haferkamp.
Seit den Herbstferien gibt es eine Kooperation zwischen dem Kinderhort und dem THW. Einmal im Monat besuchen die Jungen und Mädchen mit ihren Erzieherinnen die Dienststelle. Sie lernen dort die Fahrzeuge und die verschiedenen Geräte kennen. Gestern zum Beispiel lernten die Jungen und Mädchen verschiedene Knoten, mit denen man einen Verletzten auf einer Trage sichern kann. Später wird es um Erste Hilfe gehen. Besonders freuen sich die Kinder darauf, wenn sie nächstes Jahr im Sommer mit einem THW-Boot auf der Weser kreuzen können.
„Das Interesse der Kinder ist riesengroß“, freut sich die Erzieherin Mareike Wittkowsky. Vor allem die großen Fahrzeuge haben es den Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren angetan. „Wir gehen gerne mit den Kindern nach draußen,“ erzählt Mareike Wittkowsky, „da kam das Angebot des THW natürlich wie gerufen.“
Neben den beiden Hort-Kräften kümmern sich immer fünf bis sechs THW-Helfer ehrenamtlich um die 30 Kinder, die sich in zwei Gruppen aufgeteilt haben und seit den Herbstferien abwechselnd die Dienststelle an der Flagbalger Straße besuchen.
Aber was hat das Technische Hilfswerk eigentlich von dem Projekt? Michael Haferkamp will einem Nachwuchsmangel vorbeugen, den es jetzt noch nicht gibt, der sich aber infolge der Abschaffung des Wehrdienstes einstellen könnte. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder drei bis fünf Helfer, die sich anstelle des Wehrdienstes beim THW verpflichteten. Weil das nicht mehr so ist, will der Ortsverband rechtzeitig die Initiative ergreifen und mit dem Angebot gezielt Kinder unter zehn Jahren ansprechen. Die Rechnung scheint aufzugehen. Schon jetzt haben einige der Jungen und Mädchen großes Interesse, in die Jugendgruppe des THW einzutreten. Das geht ab dem zehnten Lebensjahr.
Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhort ist in Norddeutschland einzigartig. Aus diesem Grund ist Michael Haferkamp schon bei einigen Tagungen gebeten worden, über das Projekt zu berichten.
