FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - Großalarm für 150 Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) nach einem Chemie-Unfall am Vormittag in Friesoythe. Etwa 30 Liter eines ätzenden Bleichmittels waren am Mittwoch auf der Ladefläche eines Lastwagens ausgelaufen und auf die Straßen getropft. Gefahrgut-Experten der Feuerwehr sicherten die restliche Ladung. Anwohner wurden vorsichtshalber aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mittags gab die Feuerwehr Entwarnung. Einsatzleiter Heinrich Oltmanns, stellvertretender Kreisbrandmeister, gegenüber der NWZ : „Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Das haben unsere Schadstoffmessungen ergeben.“

Der Lastwagen hatte nach Polizeiangaben vier Kunststofffässer mit je 200 Litern des in der Textilindustrie verwendeten Bleichmittels „5-Chlor-2-aminobenzotrifluorid D“ geladen. Von einem der Fässer hatte sich aus unbekannten Gründen der Deckel gelöst. So konnte ein Teil des Inhalts auslaufen. Der aus Oyten stammende Fahrer (29) habe den Vorfall erst bemerkt, als er auf dem Parkplatz der Firma „Schinken Einhaus“ an der Schwaneburger Straße die Ladeklappe öffnete. Dabei schlug ihm stechender Geruch entgegen.

Bereits um 9.55 Uhr meldete ein Motorradfahrer der Polizei Verunreinigungen auf der Europastraße. Von dort war der Lastwagen über die Barßeler Straße und die Schwaneburger Straße gefahren. Feuerwehr und THW reinigten später die Fahrbahnen. Weil die Gefährlichkeit der Flüssigkeit zunächst nicht bestimmt werden konnte, ließen Polizei, Feuerwehr und Straßenmeisterei die Straßen um den Unglücksort großräumig abriegeln. Für die Autofahrer wurden kurzfristig Umleitungen eingerichtet.

Die Fachleute der Feuerwehren aus Emstek, Cloppenburg, Garrel und Löningen, die den Gefahrgutzug des Landkreises Cloppenburg bilden, gingen bei der Sicherung der Fässer mit Vollschutzanzügen vor. Sie wurden von den Feuerwehren aus Friesoythe, Altenoythe und Gehlenberg sowie vom DRK und dem THW unterstützt.

Der Lastwagen wurde von der Polizei sichergestellt. Die Beamten wollen nach Angaben eines Polizeisprechers die genauen Gründe für das Auslaufen des Bleichmittels ermitteln. Der Fahrer habe die Fässer zwar transportieren dürfen. Geprüft werden müsse aber die Frage, ob die Fässer ausreichend gesichert gewesen sind.