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Kriminalität Diebe zerstören Seher-Denkmal

Marius Meyer

FRIESOYTHE - „Wir müssen hoffen, dass die Täter gefasst werden, alleine schon um zu zeigen, dass solche Diebstähle nicht ungesühnt bleiben.“ Bürgermeister Johann Wimberg ist wütend. Er begutachtet einen gemauerten Sockel hinter dem Alten Rathaus. Darauf stand bisher ein Teil des Denkmals des „Sehers“ von Friesoythe. Das Bronze-Relief der durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt, auf die die Figur des Stadtschreibers Theodor Caspar Wreesmann zeigt, ist verschwunden. „Herausgebrochen“, sagt Polizeikommissar Klaus Lammers, der mit einem Kollegen den Fall aufnimmt. „Die Täter haben an drei Stellen angesetzt“, erklärt er dem Bürgermeister. „Dort kann man noch rote Farbe sehen, die muss von dem Brechwerkzeug sein.“

Materieller Wert gering

Gestohlen wurde das Relief vermutlich in der Nacht auf Mittwoch. Ferdinand Cloppenburg entdeckte den Schaden am Donnerstagabend zufällig, als er mit dem Rad an dem Denkmal vorbeifuhr. Dass bis dahin niemand den Diebstahl bemerkt hatte, erklärt er sich damit, dass während des Tages Baufahrzeuge den Blick versperrt hatten. Der Leiter der Polizeidienststelle in Friesoythe, Hauptkommissar Heinz Niemann, wird später die Vermutung äußern, dass mindestens zwei Personen an der Tat beteiligt gewesen sein müssen.

Die Chancen, dass das Kunstwerk wiedergefunden werden kann, dürften eher gering sein. Niemann befürchtet, dass die Skulptur eingeschmolzen wird – oder schon wurde. Den Erlös, den die Diebe so erzielen können, schätzt Niemann auf lediglich 100 bis 150 Euro.

Für die Stadt werden die Kosten ungleich höher ausfallen. Bürgermeister Wimberg vermutet in einer groben Schätzung, dass die Neuerstellung des Unikats durch den Bremer Bildhauer Holger Voigts 10 000 Euro kosten wird.

Der Diebstahl des Reliefs ist kein Einzelfall. In der selben Nacht entwendeten Metalldiebe kupferne Fallrohre von zwei Gebäuden am Alten Hafen. Dort beträgt der Sachschaden etwa 540 Euro. In der folgenden Nacht wurden die Fallrohre der Kirche St. Prosper in Gehlenberg gestohlen. Acht Kupfer-Fallrohre mit Längen zwischen einem und drei Metern seien verschwunden, berichtet Hauptkommissar Hubert Kröger von der Polizeidirektion in Cloppenburg. Der Schaden sei auf rund 1000 Euro zu beziffern.

Polizei erbittet Hinweise

Schützen könne man sich kaum gegen Metalldiebstahl, meint Kröger und appelliert an die Bürger, sich an die Polizei zu wenden, wenn sie verdächtige Personen sehen, die sich an Gebäuden oder Denkmälern zu schaffen machen. „Nur so sind wir als Polizei in der Lage, zu reagieren.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Stadtrelief unbeschadet wieder auftaucht, ist gering. Doch auf Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, setzten Stadt und Heimatverein Friesoythe eine Belohnung von insgesamt 2000 Euro aus. Hinweise nimmt die Polizei Friesoythe unter Telefon 04491/93160 entgegen. Damit die Tat, dem Wunsch des Bürgermeisters entsprechend, nicht ungesühnt bleibt.

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