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BRANDUNFALL Schweißfunken entfachen Feuer

THOMAS HASELIER

FRIESOYTHE/OLDENBURG - Der Unfall in der Biogasanlage in Gehlenberg, bei dem am Montagmittag – wie berichtet – ein Schaden von rund 200 000 Euro entstanden war, ist nach Angaben der Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schweißarbeiten zurückzuführen. Diese waren kurz vor Ausbruch des Feuers ausgeführt worden. Einen technischen Defekt oder gar vorsätzliche Brandstiftung schließen die Ermittler aus.

Unterdessen hat das letzlich glimpflich verlaufene Unglück Fragen nach der Sicherheit von Biogasanlagen aufgefworfen. In der Vergangenheit ist es bereits mehrfach zu zum Teil folgenschweren Unglücken mit Biogasanlagen gekommen, bei denen es sogar Todesopfer zu beklagen gab. Wie Christoph Gers-Grapperhaus von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg auf Anfrage der NWZ mitteilte, ereigneten sich die schweren Unfälle allerdings nicht in der hiesigen Region. Im Dezember 2007 wurde durch eine Verpuffung der Tank einer Biogas-Anlage in Riedlingen südlich der Schwäbischen Alb zerstört. Die Verpuffung war so extrem, dass sie einer Explosion ähnelte. Dabei zerbarst der 22 Meter hohe Fermenter. Es wurden Teile der Anlage mehrere hundert Meter weit geschleudert und eine Million Liter Jauche liefen aus. Zwei weitere schwere Unfälle ereigneten sich 2007: Im niedersächsischen Deiderode explodierte eine Anlage mit ungeheurer Wucht. In Binsheim bei Karlsruhe wurde

eine Biogasanlage durch eine heftige Explosion zerstört, wobei zwei Menschen verletzt wurden.

Wie Gers-Grapperhaus weiter ausführte, sei in der Regel menschliches Versagen die Ursache für die Unglücke.

Folgenschwerer als die Unglücksfolgen an den Anlagen selbst sind meistens die damit häufig verbundenen Umweltschäden. Diese könnten sich in Millionenhöhe bewegen, wenn die Behälter zerstört würden und der Inhalt auslaufe und etwa anliegende Gewässer betroffen seien. So ähnlich war es vor Jahren in Barßel, als es durch eine ausgelaufene Biogasanlage zu einem Fischsterben im Barßeler Hafen gekommen war. Erheblich waren auch die Folgen unlängst in Bassum im Landkreis Diepholz, wo der Behälter einer Biogasanlage zerplatzt war.

Für Menschen gefährlich sind die Anlagen vor allem wegen der Entstehung von giftigem Schwefelwasserstoff, die bei Anlagen entstehen, wo auch tierische Abfallstoffe in die Faulbehälter gegeben werden.

Mehr dazu auf NWZonline:

Brand in Biogasanlage: Feuerwehr schnell vor Ort

Druckwelle deutlich zu spüren

Fotos: Biogasanlage brennt, Teil 1

Fotos: Biogasanlage brennt, Teil 2

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