Friesoythe/Thüle - Da staunten die Polizeibeamten nicht schlecht, als am Dienstag ein junger Mann die Wache in Friesoythe betrat und sich bedankte – bei seinen beiden Lebensrettern. Ohne sie wäre er heute nicht mehr am Leben, sagte er. Aber was war vorher geschehen?
Rund 1000 Gäste feierten in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember in der Gaststätte Sieger in Thüle ausgelassen eine Weihnachtsparty. Gegen 3.28 Uhr dann der Schock. Ein 27-jähriger Mann aus Molbergen sackt plötzlich ohne Fremdeinwirkung am Tisch leblos zusammen. Freunde schleppen ihn zum Haupteingang und bringen ihn dort in die stabile Seitenlage.
Wie der Zufall es wollte, waren gerade Polizeioberkommissar Michael Boss und Polizeihauptkommissar Ralf Glandorf vom Polizeikommissariat Friesoythe auf Streifenfahrt in Richtung Thüle unterwegs. Entsprechend schnell waren die beiden Beamten vor Ort und stellten einen Herz-Kreislauf-Stillstand bei dem Molberger fest. Gemeinsam mit einem bislang unbekannten privat anwesenden Santitäter begann Boss mit einer 20-minütigen Reanimation. Zeitgleich musste Glandorf etwa 200 Schaulustige von dem Unglücksort fernhalten, die sich in der Zeit vor dem Haupteingang versammelt hatten. Der 27-Jährige konnte schließlich gegen 4.38 Uhr unter Aufrechterhaltung der Reanimation stabilisiert und in das Klinikum nach Oldenburg verbracht werden. „Die Ersthelferkette hat 100-prozentig funktioniert“, freute sich Polizeisprecherin Maren Fokken über die geglückte Aktion. Wie die Sache schlussendlich ausging, wussten die Beamten damals allerdings nicht. Bis Dienstag.
Der Molberger wollte sich persönlich bei den Polizeibeamten bedanken. Nur durch das beherzte Eingreifen der beiden Polizisten und des Sanitäters sei er noch am Leben. Er trage zwar seit einigen Tagen einen Defibrillator unter der Haut, erklärte er, sei aber ansonsten wieder fit.
„Michael Boss, Ralf Glandorf und alle Kollegen der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta freuen sich, dass der 27-Jährige diesen Abend weitestgehend folgenlos überstanden hat und er uns dies auch persönlich mitteilte“, sagte Fokken. Die Polizei wünscht ihm auf diesem Wege alles Gute für die Zukunft und vor allem Gesundheit.
