Frage:
Herr Dr. Brand, kein Schnee und wenig Frost, da können Schädlinge im Garten doch gut überleben?Brand:
Schädlinge, aber auch alle anderen Insekten, Spinnentiere und Nützlinge befinden sich in einer Art Kühlstarre. Ein milder Winter sagt aber noch längst nichts über mögliche Schädlingsplagen im Frühjahr und Sommer aus. Es ist einfach ein Irrglauben, dass ein strenger Winter Schädlingen schadet. Selbst eine tiefe Dauerfrostperiode macht Insekten in ihrer Kühlstarre überhaupt nichts aus. Sie frieren ein und tauen gesund wieder auf.Frage:
Haben die Insekten denn im Winter überhaupt keine Probleme?Brand:
Wechselnde Temperaturen können für Schädlinge zum Problem werden. Einfrieren, auftauen, einfrieren – das mögen sie überhaupt nicht, Nützlinge aber auch nicht.Frage:
Wird es nun im Sommer viel Ärger mit Schädlingen im Garten geben?Brand:
So etwas lässt sich nicht vorhersagen. Für nur wenige Schaderreger sind Prognosen möglich, letztendlich sind aber kurzfristige und nicht vorhersehbare Temperaturveränderungen im Frühjahr viel ausschlaggebender für das Überleben der Schädlinge, als das Wetter von Oktober bis Februar. Bei Zierpflanzen, die von Schildläusen oder Spinnmilben befallen sind, ist eine Winterspritzung auf das unbelaubte Holz mit Ölpräparaten zu empfehlen. Bei immergrünen Pflanzen ist es wichtig, auch die Blattunterseiten zu spritzen. Ansonsten kann man eigentlich nur abwarten.thema: Pflanzenschutz im Garten
Dr. Thomas Brand, Fachreferent für
Pflanzenschutz, Landwirtschaftskammer
