Varel - „Wenn es drauf ankommt, muss es schnell gehen, da muss jeder Handgriff sitzen“, sagte Ortsverbandsleiter Rainer Schmidt vom Johanniter-Ortsverband Varel anlässlich einer großen Einsatzübung am Sonnabend. Dazu haben sich fast 40 Mitglieder aus den Ortsverbänden der Johanniter-Unfall-Hilfe Nordenham, Oldenburg, dem Jeverland und Varel am Dienstleistungszentrum getroffen. Zusammen bilden sie eine Spezialeinheit für den Katastrophenschutz, um Menschen auch in den Situationen zu helfen, die den Kriterien eines Großschadenfalles beziehungsweise einer Katastrophe entsprechen. Los ging es in einem geschlossenen Verband aus acht Fahrzeugen mit Blaulicht zum Parkplatz des Landhotels Upstalsboom. Dort wurde praktisch angewendet, was bereits eine Woche vorher im theoretischen Ausbildungsteil der Helfergrundausbildung im Katastrophenschutz gelernt wurde. In 25 Unterrichtseinheiten haben die Einsatzkräfte unter anderem den Aufbau und die Organisation des Katastrophenschutzes in Deutschland, die Zusammenarbeit mit Dritten und den Aufbau von Verbandplätzen theoretisch gelernt und in praktischen Übungen umgesetzt.

Nach Ankunft am Zielort bildete der Ausbildungsverantwortliche Michael Bunjes Einsatzgruppen nach vorgegebener Kommandostruktur, und der Hotelparkplatz wurde zur Einsatzzentrale und zum Behandlungsplatz umgestaltet. Es mussten Zelte vom Typ „SG 30“ aufgebaut werden, diese müssen in zehn Minuten stehen und eingerichtet sein.

Gleichzeitig wurde die autarke Stromversorgung in Betrieb genommen und es wurde die Sichtung der Verletzten besprochen. Nach einigen Übungseinheiten rückte der Versorgungstrupp des Ortsverbands Jeverland mit Verpflegung für die Teilnehmer an. Anschließend ging es für die Übungsgruppen im offenen Gelände beim Mühlenteich weiter. Zur Personensuche wurden Suchketten gebildet und der Wald durchstreift. Nach dem Auffinden und der Erstversorgung der verletzten Personen gestaltete sich der Transport der Personen zum Behandlungsplatz durch das unwegsame Gelände recht schwierig – aber die Einsatzkräfte meisterten alle Aufgaben.

Der Fachbereichsleiter Einsatz und Sanitätsdienst Christian Bunjes lobte nach Abschluss der Übungen die teilnehmenden Mitglieder der Hundestaffel, der Notfallseelsorge und des Logistikbereichs für das gute Zusammenspiel mit allen Katastrophenschutz-Johannitern.