Ganderkesee/Hude - Im Aufenthaltsraum des Kommunalservice Nordwest hängt ein Zettel mit einem Schneemann darauf. Und dem Satz: „Winterdienstbereitschaft ist angeordnet!“ Der hänge da schon seit Anfang November, erklärt Dietrich Fischbeck. Fischbeck ist Straßenbauingenieur und für die Organisation des Winterdienstes in Ganderkesee und Hude zuständig. „Zumindest für die Straßen, die in unseren Aufgabenbereich fallen“, erklärt er.
An diesem Donnerstag, 21. Dezember, ist Winteranfang. Auch wenn seit dem ersten Schneefall eher milde Temperaturen angesagt sind: 100 Tonnen Streusalz stehen im Silo in Ganderkesee bereit, noch mal 80 Tonnen warten in Hude auf ihren Einsatz. „Das reicht aber auch nur für ein paar Touren“, so Fischbeck. Insgesamt 14 Personen – neun in Ganderkesee und fünf in Hude – sind pro Schicht eingeteilt. Mindestens bis Ende März wird die Bereitschaft aufrechterhalten.
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Wer entscheidet, ob der Winterdienst ausrückt |
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Für jede Schicht gibt es einen Schichtführer, der immer einen Blick aufs Wetter hat. Dafür nutzt der Kommunalservice sowohl verschiedene Programme, die teilweise speziell für Kommunen vorgehalten werden, als auch die eigenen Augen: Sobald das Wetter unsicher wird, stehen die Schichtführer nachts um 3 Uhr auf und fahren „typische Stellen an, die schnell glatt werden“, so Fischbeck. Wenn es glatt ist, wird die Bereitschaft geweckt und rückt spätestens um 4.30 Uhr aus. Tagsüber funktioniert es ähnlich, nur dass die Winterdienstler da in der Regel ihrer normalen Arbeit bereits nachgehen.
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Wie viele Fahrzeuge sind im Einsatz |
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Für das Gemeindegebiet Ganderkesee nutzt der Kommunalservice drei Großfahrzeuge und drei Kleinschlepper. Hinzu kommen „Fußgruppen“, die speziell an unzugänglichen Stellen wie Treppen eingesetzt werden. „Oder in Unterführungen wie in Hude“, sagt Fischbeck. In der Nachbargemeinde ist der Kommunalservice mit einer Fußgruppe sowie je zwei Groß- und Kleinfahrzeugen unterwegs.
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Wie viele Kilometer müssen gestreut werden |
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Dietrich Fischbeck ist selbst etwas erstaunt, als er in seiner Excel-Liste nachguckt: Fast 200 Kilometer Straßen und Wege fallen in Ganderkesee und Hude an. Oder anders ausgedrückt: 700 unterschiedliche Stellen in verschiedenen Routen. „Das sind alles gemeindeeigene Wege. Für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ist die Straßenmeisterei zuständig.“ In der Regel ist der Kommunalservice nur für „verkehrswichtige und gefährliche Strecken zuständig“. In Wohngebieten sind die Winterdienstfahrzeuge also eher selten anzutreffen. „Es gibt aber Ausnahmen“, erklärt Fischbeck. Nämlich dann, wenn beispielsweise eine Wohnstraße ein starkes Gefälle aufweist und damit bei Glatteis gefährlich wird. „Es gibt einzelne Stellen, da würde ohne uns niemand mehr die Steigung schaffen, sobald es friert.“
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Was wird gestreut |
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„Wir streuen Salz“, so Fischbeck. Das tue man vor allem deshalb, weil Granulat auf viel befahrenen Straßen nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Bei den Großfahrzeugen ist man derweil sogar auf Flüssigsalz umgestiegen. Das ist eine Mischung aus Streusalz und Sohle, die einen Matschfilm auf der Straße bildet. „Der weht nicht weg. Und die Tauwirkung ist besser.“
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Ist Salz nicht schlecht für die Straßen |
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„Wir müssen das Mittel nehmen, das zweckdienlich ist“, betont Fischbeck. Würde man auf Salz verzichten und nur Granulat streuen, würde sich der Kommunalservice strafbar machen. Zudem sei etwas anderes viel schädlicher für die Straßen: Wenn die Temperaturen um den Nullpunkt pendeln und es immer wieder kurz friert und taut. „Durchgängiger Frost macht den Straßenbelägen viel weniger aus“, weiß der Straßenbauingenieur.
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Was rät der Kommunalservice den Autofahrern |
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Man ist morgens früh unterwegs und vor einem fährt das Räum- und Streufahrzeug. Was tun? „Nicht überholen“, betont Fischbeck. Aber Autofahrer sollten sich auch nicht der trügerischen Sicherheit hingeben, die Streufahrzeuge verbreiten: „Direkt hinter dem Streufahrzeug ist es weiter glatt.“ Das Salz brauche eine gewisse Zeit, bis es wirke. Deswegen sollten Autofahrer auch nicht direkt hinter den Streufahrzeugen fahren, sondern lieber etwas Abstand halten – und natürlich langsam fahren.
