GANDERKESEE - GANDERKESEE/SKA - „Fasching in Ganderkesee – das ist Ausnahmezustand“, weiß Brigitte Balder vom Arbeitskreis „Alkoholprävention“. Schon alleine deshalb sei es gar nicht ihr Ziel, einen alkoholfreien Fasching zu propagieren. Worauf es ihr allerdings ankomme, sei Unbefugten – also Jugendlichen – den Zugang zu alkoholischen Getränken so schwer wie möglich zu machen.
Nach den alarmierenden Ergebnissen der Kontrolle des Alkoholkonsums von Minderjährigen im Jahr 2004, bei denen Mareike van’t Zet, Beauftragte für Kinder- und Jugendschutz im Landkreis Oldenburg, zum Teil „lebensbedrohliche“ Situationen gesehen hatte, nahm der Arbeitskreis seine Arbeit auf. Durchaus mit Erfolg, wie die Mitglieder des Gremiums gestern im Ganderkeseer Rathaus auf einer Pressekonferenz bekannt gaben. Bereits im vergangenen Jahr sei eine deutliche Verbesserung der Situation eingetreten. „Das mag daran gelegen haben, dass alle Geschäfte und auch die Jugendlichen wussten, dass unsere Zivilstreifen nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Geschäfte kontrollieren, die verbotener Weise Alkohol an Minderjährige verkaufen“, so Maria Rüschendorf von der Fachstelle Sucht der Diakonie in Wildeshausen. Dass dieses Wissen um die Kontrollen allerdings nicht nach Delmenhorst gedrungen war, belegte Vera Behde, Präventionsbeauftragte bei der Polizei: „Zwei Drittel der Jugendlichen,
die wir mit Alkohol erwischt haben, kamen aus Delmenhorst.“
Erfreut zeigte sich Brigitte Balder über das Verhalten der Ganderkeseer Geschäfte: „Die sind nicht mehr das Problem.“ Oft seien es die Eltern selbst, die ihre Kinder mit Alkohol im Rucksack zum Umzug schickten – oft mit dem wenig überzeugenden Argument, durch das Einpacken von weniger „harten“ Alkoholika, die Kinder von Wodka und Whiskey abzuhalten. „Dabei haben gerade die Alkopops und süße Liköre große Anziehungskraft auf Jugendliche“, so Arbeitskreismitglied Rolf Oetken.
Eine zehnköpfige Zivilstreife werde deshalb auch diesmal das Alkoholverbot für Minderjährige überwachen. „Wenn wir einen Jugendlichen mit Alkohol erwischen, werden wir die Eltern informieren und auch die Quelle ermitteln, die den Alkohol verkauft oder weitergegeben hat“, sagt Vera Behde. Die Kontrolle werde auch nach dem Umzug in und vor den Festzelten fortgeführt.
