GANDERKESEE - Den Jugendlichen war der Schreck sichtlich in die Glieder gefahren, auch wenn sie versuchten, sich betont lässig zu geben: Der Bus, mit dem sie am Donnerstagmittag von der Berufsschule in Wildeshausen gen Ganderkeseer Bahnhof unterwegs waren, musste auf der B 213 in Hoyerswege eine Zwangspause einlegen. Der Grund: Flammen schlugen aus dem Motorraum, Qualm drang in den Fahrgastraum.
Wenn auch die Bilder aus Hannover, wo vor wenigen Wochen 20 Menschen beim Brand eines Reisebusses auf der A 2 ums Leben gekommen sind, vielleicht noch im Hinterkopf waren, habe sie keine große Angst gehabt, berichtete die 14-jährige Christina. Der ein Jahr ältere Christopher sagte gegenüber der NWZ , im hinteren Teil des Fahrzeugs sei plötzlich Rauch aufgetreten. Jugendliche hätten den Fahrer verständigt, der daraufhin den Bus am Straßenrand angehalten habe.
Der Fahrer, Isa Türyaki, war froh, dass keiner seiner Fahrgäste zu Schaden gekommen war. Ich habe die Türen geöffnet und dafür gesorgt, dass die Insassen den Bus sofort verlassen haben, unterstrich Türyaki, der nach eigenen Angaben bereits seit mehr als 30 Jahren als Busfahrer arbeitet. Nachdem die Jugendlichen in Sicherheit waren, machte sich der Fahrer an die Brandbekämpfung.
Die Flammen schlugen hoch aus dem Motorraum, berichtete Werner Richter, der von seinem Hof aus den Zwischenfall bemerkt hatte. Er kam Türyaki mit zwei großen Feuerlöschern zu Hilfe.
Den Männern gelang es zwar nicht, die Flammen komplett zu löschen, da sie immer wieder vom Wind angefacht wurden, aber sie konnten den Brand so weit eindämmen, dass die Feuerwehr Ganderkesee anschließend nicht mehr viel Arbeit hatte.
Der zuständige Regionalleiter der Weser-Ems-Bus GmbH, Helmut Fokkena, zollte Türyaki ausdrücklich großes Lob. Der Fahrer habe sich vorbildlich verhalten, indem er die Fahrgäste in Sicherheit gebracht und dann sofort Polizei und Feuerwehr informiert hatte. Das in Delmenhorst ansässige Busunternehmen, das diese Linie bedient, sei als zuverlässig bekannt, unterstrich Fokkena. Die eingesetzten Fahrzeuge würden zudem durch Revisoren der Weser-Ems-Bus regelmäßig auf technische Sicherheit hin kontrolliert.
Die Landesnahverkehrsgesellschaft wurde laut Fokkena routinemäßig informiert.
Brandursache ist nach Angaben der Polizei ein Leck, aus dem Diesel ausgetreten ist. Der Treibstoff entzündete sich dann am heißen Motor.
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