Ganderkesee - Der Lkw-Verkehr im Ganderkeseer Ortskern wird von vielen Beobachtern als problematisch betrachtet, die Behörden sehen aber wenig Möglichkeiten, die Situation kurzfristig zu verbessern, da es sich fast ausschließlich um Lieferverkehr handelt. Die NWZ berichtete in der vergangenen Woche darüber, was die Polizei jetzt zu einer Stellungnahme veranlasste.

Grundsätzlich orientiere sich die Polizei bei der Verkehrsüberwachung am Unfallgeschehen, teilt Pressesprecherin Desirée Krikkis von der Polizeiinspektion in Delmenhorst mit. „Das heißt: Kontrollen finden vor allem statt, um eine Häufung von schweren Unfällen zu reduzieren.“ Und in diesem Zusammenhang stünden Zuwiderhandlungen gegen das Lkw-Durchfahrtverbot in Ganderkesee nicht an vorderster Stelle.

Dennoch kontrolliere die Polizei auch diesen Aspekt „immer wieder im Rahmen der allgemeinen Streifentätigkeit“, so Krikkis. Die Erfahrung zeige aber, dass die überwiegende Zahl der Lkw-Fahrer eine Genehmigung vorweisen oder nachweisen kann, dass sie ihr Fahrzeug im Ortskern be- oder entladen.

Die Schwierigkeit bei Kontrollen besteht nach Angaben der Polizei-Sprecherin darin, dass diese an vielen Stellen zwangsläufig zu Verkehrsbehinderungen führen. Darauf hatte auch schon Sabine Finke, Leiterin des Fachdienstes Verkehr im Ganderkeseer Rathaus, hingewiesen. Die Polizei versuche dies zu verhindern, in dem sie verdächtige Lkw-Fahrer in einen Bereich lenkt, wo eine Kontrolle möglichst wenig Beeinträchtigungen mit sich bringt, so Krikkis.

„So eine Kontrolle kann einige Zeit in Anspruch nehmen“, betont Desirée Krikkis, „insbesondere bei ausländischen Lkw mit ausländischen Papieren.“ Neben den „üblichen Papieren“ verlange die Polizei eine Genehmigung oder Berechtigung zum Durchfahren der Ortsdurchfahrt.

Statt aufwendiger Kontrollen mit Verkehrsbehinderungen wäre auch eine andere Lösung denkbar, schreibt indessen Hartmut Lammert vom Ganderkeseer Aktionsbündnis „Prima Klima“. Er schlägt der Gemeindeverwaltung vor, die Kfz-Kennzeichen der durchfahrenden Lkw zu registrieren und dann die Halter anzuschreiben mit der Aufforderung, eine Be- oder Entladung im Ort nachzuweisen. Wer innerhalb einer gesetzten Frist nicht antworte, müsse ein Bußgeld bezahlen. Diese Vorgehensweise, so meint Lammert, erfordere „lediglich ein wenig leicht zu bewältigende Administration.“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)