Ganderkesee - In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg ist die Kindertagesstätte „Sonneninsel“ am Montag und Dienstag geschlossen geblieben. „Wir haben eine erhöhte Rate von Kindern, die an Magen-Darm-Infekten leiden“, sagte Leiterin Edith Ohlenbusch. Auch zahlreiche Erzieherinnen sind erkrankt.

Nach Angaben von Hygieneinspektor Rainer Freudenberg vom Gesundheitsamt haben Noroviren die ansteckenden Magen-Darm-Erkrankungen in der Einrichtung der Lebenshilfe Delmenhorst ausgelöst. Die Viren verursachen Erbrechen und Durchfall. Es gebe eine höhere Virusaktivität im Landkreis Oldenburg und den umliegenden Landkreisen, sagte der Mitarbeiter des Gesundheitsamts. Allerdings ist der Kindergarten in Bookholzberg bisher die einzige Einrichtung im Landkreis, die vorübergehend geschlossen wurde. Pflegeeinrichtungen und Schulen seien nicht betroffen.

Es gebe jedes Jahr im Januar und Februar viele Magen-Darm-Infekte, sagte Edith Ohlenbusch. Doch nach Einschätzung der Kita-Leiterin ist die Krankheitswelle zurzeit besonders ernst: „Wir haben Kinder, die haben es zum zweiten und einige auch zum dritten Mal.“ Etwa 15 Kinder waren demnach in der vergangenen Woche betroffen. Auch Dreiviertel ihres Teams sei erkrankt, sagte Ohlenbusch. Dass die Kindertagesstätte geschlossen werden müsse, habe sie in 24 Jahren als Leiterin nicht erlebt.

Die Entscheidung für die Schließung erfolgte am vergangenen Freitag. „Dadurch, dass die kranken Kinder zu Hause bleiben, soll die Infektionskette unterbrochen werden“, sagte Rainer Freudenberg. Für Infekte, die durch Noroviren ausgelöst werden, besteht eine Meldepflicht: Einrichtungen und Ärzte müssen das Gesundheitsamt informieren. Außerdem dürfen betroffene Kinder erst wieder in den Kindergarten und die Schule gehen, wenn seit dem Auftreten der letzten Symptome wie Durchfall und Erbrechen 48 Stunden vergangen sind. „Sonst sind die Kinder noch infektiös für ihre Spielkameraden und die Erzieherinnen“, sagte Freudenberg. Es gebe eine Mitwirkungspflicht der Eltern.

Doch viele bringen ihre Kinder nach Erfahrung von Rainer Freudenberg und Edith Ohlenbusch häufig schon wieder in die Einrichtung, wenn der Infekt noch nicht ganz ausgestanden ist. Sie habe volles Verständnis dafür, dass Eltern wegen ihrer Arbeit unter Druck seien, sagte die Kita-Leiterin. „Aber wir sind darauf angewiesen, dass sie mithelfen und ihr Kind nicht zu früh bringen.“ Schließlich gehe es um den Schutz von anderen Familien und Mitarbeitern, die noch gesund seien. „Wenn man sich nicht daran hält, muss man damit rechnen, dass eine Einrichtung für längere Zeit schließt“, stellte Freudenberg klar. Die „Sonneninsel“, die diesen Mittwoch wieder öffnet, wurde in den vergangenen Tagen komplett gereinigt und desinfiziert.

Antje Rickmeier
Antje Rickmeier Redaktion Ganderkesee