GANDERKESEE - GANDERKESEE - Weit reichende Folgen hat der grobe Unfug, den drei 15- bis 17-jährige Jugendliche aus Ganderkesee am Sonntag in der neuen Sporthalle Am Steinacker getrieben haben: Voraussichtlich die gesamte Woche bleibe die Sporthalle geschlossen, erklärte Hausmeister Fred Woltjen gestern. Unklar ist auch noch, ob die von der Polizei gestern genannte Schadenshöhe von rund 6000 Euro ausreicht.

Die Jugendlichen hatten – wie berichtet – am späten Sonntagnachmittag aus Zerstörungswut in der Halle fünf Pulver-Feuerlöscher ausgesprüht. Einen weiteren Löscher hatten sie hinter der Halle entleert. Die Kartuschen warfen sie in anliegende Gebüsche und in einen Teich. Aufmerksame Jugendliche hatten die Feuerwehr alarmiert, weil sie „Qualm“ bemerkten und einen Brand vermuteten. Die Freiwillige Feuerwehr Ganderkesee war mit 30 Mann in sieben Fahrzeugen ausgerückt. Unter Atemschutz konnten die Brandexperten ein Feuer jedoch schnell ausschließen.

Zugang zur Halle hatten sich die geständigen Jugendlichen durch eine nicht verschlossene Fluchttür verschafft. Laut Polizei ist noch unklar, ob die Jugendlichen die Tür im Vorfeld selbst geöffnet hatten. Gegen die Jugendlichen wird wegen Sachbeschädigung und Diebstahls (den der sechs Feuerlöscher) ermittelt. Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs würden geprüft, teilte die Polizei mit.

Am Nachmittag rückte eine Reinigungsfirma aus Oldenburg an, die „die gesamte Halle von oben bis unten säubern muss“, so Woltjen. Die Reinigungsexperten trugen bei ihrer Arbeit Schutzmasken. Der feine Staub sei auch in die Geräteräume gelangt, so dass auch die Sportgeräte gereinigt werden müssten. „Bei den Umkleidekabinen haben wir mehr Glück gehabt“, so Woltjen. „Die Türen haben den feinen Pulverstaub weitgehend aufgehalten.“ Ursprünglich sollten Reinigungskräfte die Halle noch am Sonntagabend reinigen. Davon habe man aber abgesehen, so der Hausmeister, weil zum einen die Polizei noch Spuren sichern musste. Zum anderen wären die Raumpflegerinnen mit dem feinen Staub überfordert gewesen. Eine Bremer Spezialfirma befüllte derweil noch gestern die als Tatwerkzeuge missbrauchten Feuerlöscher mit neuem Pulver.

Der Sportunterricht soll trotz geschlossener Halle so weit wie möglich aufrecht erhalten werden. „Wir hatten ja einigermaßen Glück mit dem Wetter und haben den Unterricht nach draußen verlegt“, erklärte Realschulleiter und Hausherr Joachim Hüneberg gestern. Das soll auch in den kommenden Tagen so sein – wenn das Wetter mitspielt. Sportzeug sollten die Schüler also auf jeden Fall mitbringen, so Hüneberg.