Ganderkesee - Ein tragischer Unfall hat sich am Donnerstag laut Polizei in Ganderkesee ereignet: Dort hat ein Jagdhund eine 89 Jahre alte Frau in ihrem Wohnhaus in Ganderkesee totgebissen. Als der 51 Jahre alte Sohn am Donnerstagnachmittag nach Hause kam, habe er seine Mutter leblos auf dem Boden liegend vorgefunden, teilte die Polizei am Freitag mit. Der gemeinsame Hund, ein zehnjähriger Rüde der Rasse Deutsch Drahthaar, habe auf dem Sessel gesessen.
Aufgrund der massiven Verletzungen ging der 51-Jährige davon aus, dass der Rüde die 89-Jährige, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt war, totgebissen habe. „Der jagdberechtigte Sohn erlegte den Hund im Anschluss im Garten des Wohnhauses“, so Albert Seegers von der Pressestelle der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch. Danach rief er selbst die Polizei, wie Seegers auf Nachfrage der NWZ bestätigte.
Eine von der Staatsanwaltschaft Oldenburg angeordnete Obduktion des Leichnams ergab am Freitag, dass die Frau Verletzungen aufwies, die „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Hund verursacht wurden“, heißt es seitens der Polizei weiter. Hinweise, die auf ein menschliches Fremdverschulden deuten könnten, gab es nicht.
In der kommenden Woche soll der Jagdhund obduziert werden. Man erhoffe sich dadurch Hinweise auf die Gründe für die Attacke des Rüden.
Als „normalerweise unkompliziert“ und „nicht besonders aggressiv“ beschreibt der Hundeobmann der Kreisjägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, Eckart Stapel, die Hunde dieser Rasse. Als mögliche Erklärung für das Verhalten nennt er im Gespräch mit der NWZ Schmerzen oder eine schwere Erkrankung des Tieres, das mit zehn Jahren schon nah am Höchstalter dieser Rasse war.
