GANDERKESEE - Tomatenketchup sorgte am Dienstagvormittag für Realismus, als 40 Vorschulkinder des Jona-Kindergarten spielerisch die Grundlagen der Ersten Hilfe erlernten. „Regelmäßig bereiten wir unsere Gruppen darauf vor, Menschen im Ernstfall zu helfen“, sagte Erzieherin Marion Ließ. Neu war allerdings die unterweisende Hilfsorganisation. Erstmalig hielt ein Team des Ganderkeseer DRK-Ortsverbandes den Unterricht ab, der in erste Linie Kinder ermutigen sollte, bei Unfällen nicht in Panik zu geraten, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen.
„Egal, ob ihr jemanden mögt oder nicht, helfen oder den Rettungsdienst zu rufen ist Pflicht“, mahnte Heike Würdemann. Im Anschluss erklärte die Sanitätshelferin den Kindern, wie man korrekt einen Notruf absetzt: „Wie viele Personen sind verletzt, wo ist es geschehen und was ist passiert“, zählte sie die drei „W“ auf. Nicht ohne die jungen Teilnehmer auf ihre eigene Sicherheit hinzuweisen: „Ob die Menschen gut oder böse sind, sieht man nicht auf den ersten Blick. Niemals eintreten, auch wenn man bei Fremden bloß an der Tür klingelt, um Hilfe zu erbitten“, lautete deshalb ihr Ratschlag. Danach folgte die Praxis. „Kleine Wunde: Pflaster – große Wunde: Kompresse und Verband“, lautete die leicht zu merkende Formel. Mit ein paar Spritzern Ketchup verwandelte die DRK-Mitarbeiterin zunächst die sechsjährige Finja in eine „Verletzte“, bevor sie mit einem Teil der Gruppe das Anbringen eines Armverbands übte. Unterdessen besichtigte der Rest den vor dem Kindergarten geparkten Rettungswagen. Auf
einer Trage sitzend, ließen sich die Vorschüler von Elke Drawin die Geräte erklären. „So bauen wir auch eventuell aufkommende Ängste ab, wenn ein Kind dann doch mal in den Rettungswagen muss“, meinte die Rettungsassistentin.
