GANSPE - Freitagnachmittag, kurz nach 15 Uhr: In Ganspe sind die Straßen leer. Kein Radfahrer, kein Autofahrer. Keine Anwohner, die in ihren Vorgärten werkeln. Keine parkenden Fahrzeuge. Nichts. Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge fahren auf und ab. Aus ihren Lautsprechern dringt die Aufforderung, wegen einer Bombenräumung die Sicherheitszone von einem Kilometer rund um die Fundstelle zu verlassen. Die meisten Menschen haben das schon gemacht, ihre Türen sind verschlossen, die Rollläden heruntergelassen. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, klingeln Feuerwehrleute aus Warfleth und Hekeln an jeder Tür. Und tatsächlich sind einige Anwohner in ihren Häusern und Wohnungen geblieben. Doch da nützen alle Diskussionen nichts: Die Evakuierung muss sein.
Auch die Johanniter sind unterwegs: Sie holen vier Anwohner ab, die krankheitsbedingt nicht alleine ihr Zuhause verlassen können. Sammelstelle ist ebenfalls bei den Johannitern. Dort gibt es Kaffee und Kuchen und nette Gespräche für die Bürger. Später wird auch Erbsensuppe serviert. Auch Marianne Anton hat sich dort eingefunden. Sie sitzt zusammen mit Johanna Bockhop an einem Tisch. Die Box mit Katze Lilly steht daneben, Hund Barry sitzt davor.
Gegen 16.30 Uhr können die Einsatzkräfte melden, dass das Gebiet geräumt ist. Grünes Licht also für den Kampfmittelräumdienst. Die beiden Sprengmeister Oltmann Harms und Gerd Schellberg haben es in 7,5 Metern Tiefe mit einer 440 Kilogramm schweren Sprengbombe zu tun. 250 Kilogramm Sprengstoff befinden sich in der amerikanischen Bombe mit einem Heck- und einem Kopfzünder. An der dicksten Stelle ist die Ummantelung 44 Millimeter dick. Beide Zünder müssen abgeschraubt werden. Um kurz nach 17 Uhr klingelt bei Michael Heibült von der Gemeinde Berne in der Einsatzzentrale am Dorfgemeinschaftshaus das Handy: Die Zünder sind raus, einer muss aber in der Grube gesprengt werden. Wenige Minuten später folgt der dumpfe Knall, dann die Entwarnung die Entschärfung ist geglückt. 1500 Menschen dürfen zurück in ihr Zuhause.
