Garrel - Rücksichtslose Autofahrer und überhöhte Geschwindigkeiten – die Anwohner der Tweeler Straße sind sauer. Sie fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Seit Jahren schon beobachten die Anlieger, dass auf der rund vier Kilometer langen Tweeler Straße oft geheizt wird ohne Rücksicht auf Fußgänger oder Fahrradfahrer. Nun machten sie mit großen Plakaten ihrem Ärger Luft. Doch dabei soll es nicht bleiben: Die Anwohner fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Von vorn: Wenn Kathrin Rickwärtz mit ihren beiden Kindern aus dem Haus geht, geht gerade zu den Stoßzeiten die Angst mit. Viel zu oft habe sie schon erlebt, dass Autofahrer, die an der Familie vorbeifahren, ihre Geschwindigkeit kaum reduzieren. Einen Rad- oder Fußweg sucht man vergebens. 100 km/h sind auf der Tweeler Straße erlaubt. Sie trommelte die Anlieger zusammen, zunächst über Whatsapp, später in einer Versammlung: „Es muss etwas passieren“, lautete die einhellige Meinung der Anlieger.

Die Anlieger verweisen auf Messungen, die die Gemeinde im April dieses Jahres durchgeführt hatte. Ein Autofahrer war sogar mit einer Spitzengeschwindigkeit von 141 km/h gemessen worden. 58 Autofahrer waren dabei, die – teils deutlich – zu schnell unterwegs waren. Viele halten sich zwar an die Geschwindigkeitsbegrenzung, die aber laut Anwohnern zu hoch ist: So fuhren bei den Messungen im April fast 630 Kfz-Fahrer zwischen 61 und 100 km/h.

Dass viel Verkehr auf der Straße herrscht, belegen die Zahlen ebenfalls: 1005 Fahrzeuge wurden am 30. April gemessen. Bei einer Messung ein paar Wochen zuvor waren es knapp unter 1000. Bei zwei Messungen im Jahr 2011 waren 678 und 711 Fahrzeuge registriert worden.

Auto- und Lkw-Fahrer würden die Tweeler Straße gerne als vermeintlich schnelle Verbindung zur Autobahn nutzen, wissen die Anwohner zu berichten. Sie befürchten zudem, dass der Verkehr noch zunehmen wird und die Verbindung Letherfeldstraße/Weißdornweg/ Tweeler Straße als Ortsumfahrung genutzt wird.

Der Weg zur Tweeler Grundschule oder zum Kindergarten sei für die Kinder viel zu gefährlich, protestieren die Anlieger. Alleine könnten die Kinder in keinem Fall den Weg auf sich nehmen.

Und noch etwas ärgert die Anlieger: der Lärm. Denn über Schlaglöcher, vor allem an den nachträglich befestigten Seitenstreifen, würden häufig Lkw fahren, deren Aufbauten für ordentlich Krach sorgten – und das auch zu späterer Stunde, berichtet Anlieger Hermann Bley.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)