Garrel - Gegen 18.30 Uhr am 25. Januar 1988 bemerkten Arbeiter die Flammen. Später waren sie auch in mehreren Kilometern Entfernung zur Garreler „Heidemark“-Putenschlachterei zu sehen. Schweißarbeiten an einem Ammoniakrohr über einem der Kühlräume hatten den Brand verursacht, der für einem Millionenschaden sorgen sollte, berichtete die NWZ vor rund 30 Jahren. Sechs Feuerwehrfahrzeuge aus Garrel rückten an.
Für die 25 Garreler Feuerwehrleute war der Brand vor ein Erlebnis, das sie nicht vergessen sollten. „So etwas vergisst man nicht“, betont ein Kamerad der Altersabteilung, der anonym bleiben möchte. Bei Eintreffen seien noch keine Flammen sichtbar gewesen. „Wir wussten nicht, was drinnen los ist.“ Im Inneren stießen die Kameraden unter schwerem Atemschutz auf einen zischenden Amoniakbehälter in einem Räucherraum. Dann sahen sie das Feuer, das zum Dach schlug. „Dann haben wir die Kameraden aus Cloppenburg informiert“, erinnert sich der Zeitzeuge. Kurze Zeit später kamen 15 Feuerwehrleute aus Cloppenburg zur Unterstützung dazu. Während die Kameraden von innen gegen die Flammen kämpften sorgten andere über die große Drehleiter für die Bekämpfung der aus dem Dach schlagenden Flammen, die vom starken Wind immer wieder angefacht wurden. „Ohne Drehleiter war das Feuer von innen nicht zu bändigen.“ Der Einsatz war körperlich anstrengend. Anderthalb Stunden habe der Einsatz gedauert.
Das Feuer hatte ordentlich Nahrung: neben zahlreichen Verpackungen waren auch rund 4000 geschlachtete Puten mit einem Gesamtgewicht von rund 65 Tonnen in den Kühlräumen gelagert. Außerdem wurden 100 Tonnen versandfertiges Putenfleisch verbrannt. Der dabei auftretende Gestank störte die Feuerwehrleute nicht. „Durch den schweren Atemschutz konnten wir das nicht riechen.“
Am Ende blieb ein zum Glück versicherter Schaden in Höhe von vier Millionen Mark, ein zu weiten Teilen nicht mehr vorhandenes Dach und langwierige Aufräumarbeiten. Vernichtet wurden durch das Feuer zwei Kühlräume und ein Tiefgefrierlager sowie Teile des Zerlegebereiches und der Verpackungsanlagen.
Dank des raschen Einsatzes der beiden Feuerwehren konnte ein Übergreifen des Feuers auf weitere Kühl- und Lagerräume der Firma verhindert werden. Auch die direkt angrenzenden Büro und Verwaltungsräume des Unternehmens blieben unversehrt.
Wo industriell gearbeitet wird, darf die Feuerwehr nicht fern sein. Gut elf Jahre später brannte eine Putenschlachterei von Heidemark in Vahldorf bei Magdeburg ab. im Juli 2010 geriet im Garreler Schlachthof ein zehn Meter langer Frittiertunnel für Hacksteaks in Brand. 200 Mitarbeiter der Nachtschicht wurden kurzzeitig evakuiert. Im Januar 2011 brannte nach einem technischen Defekt eine Maschine, mit der Lebensmittel in Plastikfolie geschweißt werden. Das Feuer hatte die Folie zu einem großen Klumpen zusammengeschweißt.
