Garrel - „Im ersten Jahr nach der Gründung (2000) hatten wir 18 Einsätze, im Jahr 2017 waren es 247.“ Beeindruckende Zahlen präsentierte Heinz Dierker, Koordinator für die Kriseninterventionsteams im Landkreis Cloppenburg und Fachberater des Deutschen Roten Kreuzes für die Landesverbände Oldenburg und Niedersachsen, jetzt bei der Garreler Gruppe „Mann ü 60“. Bei den Einsätzen im vergangenen Jahr habe man 1080 Personen „Hilfe für die Seele“ gegeben. Dierker sprach in Garrel zu den Männern der Gruppe „Mann ü 60“.
Aktuell gebe es 63 Frauen und Männer, die für Notfälle bereitstünden. Jeweils zwei sind im Nord- und Südkreis sowie in der Mitte in Bereitschaft. Die Krisenintervention steht an allen Tagen des Jahres 24 Stunden für Notrufe zur Verfügung, um den von einem plötzlichen Schicksalsschlag getroffenen Angehörigen zu helfen. Gerufen werden die Teams von der Einsatzleitstelle oder von der Polizei. Dierker nannte Ereignisse, die die Notfallseelsorger und Nachsorgehelfer auf den Plan rufen können: Reanimationen, schwere Erkrankungen, Suizid, Unfälle im Straßenverkehr oder an Arbeitsstätten, Brände und Evakuierungen.
Wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringen muss, fahren die Helferinnen und Helfer mit. Die meisten Alarmierungen werden von den Rettungssanitätern über die Leitstelle in Oldenburg übermittelt. Der Dienst werde ehrenamtlich übernommen.
Viele Einsätze dauern zwei, drei Stunden. In besonderen Situationen werde mehr Zeit aufgewendet. Außerdem könne die Zahl der Krisenhelfer schnell aufgestockt werden. Die Helfer blieben solange am Einsatzort, bis die Handlungsfähigkeit der Angehörigen wieder hergestellt sei und sie nicht mehr alleine seien.
Im Landkreis Cloppenburg hat das DRK die Trägerschaft inne, die katholische und die evangelische Kirche unterstützen. Betreut werden die Angehörigen der auf Hilfe angewiesenen Personen. Nach Unfällen können auch die Ersthelfer, Feuerwehrleute und Sanitäter betreut werden.
Das DRK bilde regelmäßig neue Krisenhelfer aus. Cloppenburg sei der einzige Ort in Niedersachsen, wo die Ausbildung angeboten werde. Ehe ein 80-stündiger Grundlehrgang beginne, führe man mit den Interessenten Gespräche, um deren Fähigkeiten für Kriseneinsätze zu ergründen.
Heinz Dierker zeigte an einigen Beispielen, wie der Einsatz ablaufe und welche Hilfen gegeben werden. In Garrel gebe es drei aktive Helfer, vier weitere beenden in Kürze ihre Ausbildung. Mehr als 40 Männer der Gruppe „Mann ü 60“ waren zum Vortrag in das Johanneshaus gekommen und dankten dem Referenten mit Beifall für den Vortrag und für das Engagement.
