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Gemeinde-Fundsachen Was alles in Apen verloren geht

Nathalie Langer

Gemeinde Apen - Polizeitaucher im Aper-Tief: Eigentlich sollte es bloß eine Übung sein, plötzlich stoßen die Polizisten am Grund auf eine Tresortür und mehrere Pfennige.

„Da wollten wohl Einbrecher ihre Spuren verwischen“, vermutet Ralf Hasselder vom Fundbüro der Gemeinde Apen, bei dem das gute Stück gelandet ist. Abgeholt hat die Tür natürlich niemand, erst als sie verschrottet wurde – die Geldstücke liegen bis heute in einer Fundkiste im Schrank. Dass es bei Fundsachen um mehr gehen kann, als um verlorene Schlüssel und Geldbörsen, weiß der 42-jährige. Seit acht Jahren verwaltet er das Büro in der Gemeinde.

Fündige Fakten

In diesem Jahr wurden 124 Dokumente (Personalausweise etc.), 39 Geldbörsen, 30 Handys, 39 Schlüssel- und Schlüsselbunde sowie 34 Uhren/Schmuck und acht Brillen abgegeben.

Unter anderem wurde dem Fundbüro ein Hörgerät, eine Angel, ein American Football, eine Tresortür aus dem Apertief und ein Teil eines Gebisses gemeldet.

Zwölf Fahrräder gingen bei der Gemeinde ein. Das sind im Vergleich zu den Vorjahren wenig. In der Regel sind es doppelt so viele.

Tierische Funde sind nichts ungewöhnliches. Alleine in den vergangenen zwei Jahren wurden 84 Katzen, drei Hunde, zwei Kaninchen, zwei Meerschweinchen, eine Schildkröte, ein Papagei und sogar ein giftiger Skorpion abgegeben.

Giftiger Skorpion gefunden

„Einmal wurde uns auch ein hochgiftiger Skorpion gemeldet“, berichtet er. „Der war einer Frau, die Urlaub in Spanien gemacht hatte, in den Koffer gekrabbelt und erst in Augustfehn, als er die Wände hochlief, bemerkt worden.“ Gefundene Tiere landen in der Regel beim Tierschutzverein Ammerland. Wenn dort keine Kapazitäten frei sind, geht es für die Vier- oder eben Sechsbeiner ins Tierheim Oldenburg.

An einem Tag im Jahr kann sich der gebürtige Tanger auf mehr Arbeit als gewöhnlich einstellen: nämlich an Pfingsten, wenn Frühtanz in seiner Heimat ist. Dann regnet es geradezu Handys, Geldbörsen und Ausweise. „Fast die Hälfte aller verlorenen Dokumente und persönlichen Gegenstände im Jahr gehen auf das Frühtanz-Konto“, weiß Hasselder. Um die 40 Ausweise sollen es diesmal gewesen sein – auch ein Gebiss aus der Discothek fand in diesem Jahr den Weg ins Fundbüro.

Sechs Monate Aufbewahrungszeit

Gegenstände müssen laut Gesetz sechs Monate aufbewahrt und danach – je nach Zustand – verkauft, gespendet oder verschrottet werden. Manche landen auch im Fundkarton und warten ewig auf ihre Besitzer, wie viele kaputte, herrenlose Handys und Geldbörsen – gut verpackt in kleine Tüten. Einmal im Jahr gibt es dann eine Versteigerung von Fundsachen in der Gemeinde.

In der Reihe der skurrilen Funde kann der 42-Jährige allerdings noch einen draufsetzen: „Mein Lieblingsstück war ein Skelett aus dem Bio-Unterricht, das in einem Straßengraben gefunden wurde.“ In einer Ausstellung der Gemeinde wurde das mit anderen Fundsachen, einer Tasche, Handy, Sonnenbrille und High-Heels ausgestattet, ausgestellt.

„Es gibt jedes Jahr immer mehr abgegebene Sachen, als das Verlustmeldungen bei uns eingehen“, sagt er. Über zu wenig Arbeit kann sich der Tanger allerdings nicht beschweren. An den Weihnachtstagen stehen auch bereits die nächsten großen Veranstaltungen in der Discothek in Tange an. „Da kann ich mich wieder auf einiges gefasst machen“, sagt Hasselder und schmunzelt.

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