GLARUM - GLARUM/MX - „Die Grundschule in Glarum brennt, der Funkenflug bedroht den benachbarten Kindergarten und neun Schüler werden noch vermisst“. Dieser Notruf ging am Sonnabendvormittag bei der Leitstelle der Feuerwehren in Jever ein, die sofort Großalarm für die Wehren in Accum, Sillenstede und Schortens sowie für das Rote Kreuz in Schortens auslöste.

Aber es war Pfingstsonnabend und kein Schultag, die große Übung für alle Wehren in der Stadt Schortens war fällig. Sie war von Ortsbrandmeister Gerhard Zunken aus Accum sehr realistisch und vertraulich vorbereitet worden. Neun Jugendwehrmitglieder übernahmen in der Schule die Rolle der vermissten Kinder und versteckten sich mit Unterstützung von Hausmeister Hajo Oncken in dem weitläufigen Gebäude. Die gesamte Schule wurde danach mit künstlichem Rauch gefüllt. Amtsleiter Holger Rabenstein und Stadtbrandmeister Heinz Polter waren als Beobachter vor Ort.

Nach nur sieben Minuten war das erste Löschfahrzeug aus Accum vor Ort, im Minutentakt trafen weitere Rettungskräfte ein. Von zwei Seiten drangen sie in das Gebäude vor, von den Tankfahrzeugen wurden Löschangriffe gestartet, eine Wasserversorgung aufgebaut und die Löschangriffe verstärkt.

Acht Minuten benötigten die Retter, um die erste Person zu finden. Nach etwa einer halben Stunde war der letzte Vermisste geborgen und ans Rote Kreuz übergeben. Schwerpunkt ist stets die Personenrettung, sagte Stadtbrandmeister Polter, eine nicht leichte Aufgabe in einem weitläufigen Gebäude. Nach gut einer Stunde war die Übung vorbei, das Resümee insgesamt positiv. 58 Rettungskräfte waren im Einsatz.