GöDENS - Der letzte Großeinsatz für die Feuerwehr Gödens liegt schon einige Jahre zurück: Es war im Sommer 1997, als auf einem Feld in Dykhausen bei Schweißarbeiten die Wasserschöpfmühle in Brand geriet. Für die Feuerwehrleute gab es nichts mehr zu retten: „Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle brannte komplett nieder“, erinnert sich Sandes Gemeindebrandmeister Wilfried Weers, der damals für die Feuerwehr Gödens mit seinen Kameraden gegen die Flammen kämpfte.
Seitdem hat es zwar noch etliche kleinere und größere Einsätze für die Ortswehr Gödens gegeben – unter anderem in der Gießerei Sande und beim Sander Eisenbau im Industriegebiet, es wurden Scheunen und mit Rundballen beladene Traktoren sowie brennende Autos und Papiercontainer gelöscht – und viele Menschenleben und Sachwerte konnten vor Feuer und Rauch gerettet werden. Der Mühlenbrand war aber ein Unglücken, das besonders in Erinnerung geblieben ist, weil auch ein Stück Heimathistorie unwiederbringlich zerstört wurde.
Uniformen selbst bezahlt
Über diese und etliche andere Einsätze aus den vergangenen Jahrzehnten wird an diesem Wochenende sicher rund um das Feuerwehrhaus in Gödens gesprochen werden. Die Ortswehr feiert ihr 125-jähriges Bestehen (siehe Infokasten) und hat dazu viele befreundete Feuerwehren aus Nah und Fern eingeladen. Neben Festumzug, Festkommers und großem Feuerwehr-Ball, bei dem jeder mitfeiern darf, wird an diesem Sonnabend um 16.30 Uhr im benachbarten Landrichterhaus auch eine Ausstellung zur eigenen Feuerwehrgeschichte eröffnet. Schon seit Freitagabend haben rund 100 Jugendliche aus Gödens, Sande und der weiteren Umgebung hinter der Grundschule Neustadtgödens ihre Zelte beim Jugendfeuerwehrlager aufgeschlagen.
Vor 125 Jahren rückten die Männer unter Leitung ihres Wehrführers Justus Brink noch mit Pickelhauben aus. Atemschutz war ein Fremdwort – Luftanhalten war angesagt. Im Gegensatz zu heute waren bei einem Brand aber auch nicht so viele gefährliche Kunststoffe mit im Spiel. Die teuren Uniformen mussten die Feuerwehrmänner selbst bezahlen, der Gemeindevorsteher konnte allenfalls einen kleinen Zuschuss geben. Als Gerätehaus für die beiden von Pferden gezogenen Handdruckspritzen diente die ersten 40 Jahre lang die frühere Mennonitenkirche.
Der „Rote Löwe“ brennt
Schon lange vor der Gründung der Feuerwehr hat es in Gödens natürlich schon Brände gegeben: Überliefert ist das Feuer in der Nacht zum 3. Oktober 1771: Als Nachtwächter Johann Wessels gegen zehn Uhr seine Runde durch das Dorf macht, entdeckt er in einer Scheune neben dem Gasthaus „Roter Löwe“ Feuer. Sofort schlägt der Nachtwächter Alarm, holt die Leute aus dem Wirtshaus, reißt den im Nachbarhaus schlummernden Brandmeister aus dem Schlaf, der wiederum alarmiert den Schulmeister, damit der im Glockenturm auf dem Schulhaus die Brandglocke schlagen und das Dorf warnen kann. Anwohner stellen Eimer und Wannen mit Wasser vor die Türen. Das Mobiliar des „Roten Löwen!“ und der Nachbarhäuser wird in der Kirche in Sicherheit gebracht.
Im Kampf gegen die Flammen müssen Äxte, Feuerhaken und eine Feuerspritze reichen, die die Nachbarn mit Wasser befüllen. Fuhrwerke schaffen Wasser vom Neustädter Tief heran. Am Ende nützt aller Einsatz nichts: Der „Rote Löwe“ verliert gehen den „roten Hahn“.
Die Brandentstehung blieb unklar, der Wirt wurde später von der Brandkasse entschädigt. Und die Gödenser spendeten großzügige Summen für die Anschaffung einer zweiten und größeren Spritze. Ereignisse wie diese zeigten den Menschen, wie wichtig der Brandschutz ist – und führten schließlich zur Gründung der Feuerwehr Gödens.
