GöTTINGEN - GÖTTINGEN/DPA - Der von Bankräubern in Göttingen angeschossene Geschäftsmann ist noch immer in Lebensgefahr. „Sein Zustand ist weiterhin sehr kritisch“, sagte der Göttinger Polizeisprecher Lutz Ike am Donnerstag. Die Suche nach den beiden noch flüchtigen Bankräubern – ein in Berlin lebender Pole und dessen unbekannter Komplize – läuft nach Angaben von Ike „auf Hochtouren“.

„Inzwischen wurden auch Kugeln und Patronenhülsen sicher gestellt, die beweisen, dass aus einer oder zwei Maschinenpistolen geschossen wurde“, sagte der Sprecher. Zeugen hatten „Feuerstöße“ beobachtet. Die Räuber hatten am Mittwoch in Wieda (Kreis Osterode) eine Volksbankfiliale überfallen.

Als sie sich während ihrer Flucht ein neues Fahrzeug besorgen wollten, trafen sie im Hof eines Hotels auf den gerade angekommenen Frankfurter Geschäftsmann. Nach Polizeiangaben weigerte sich der 43-Jährige, den Räubern sein Auto zu überlassen. Daraufhin eröffneten die Täter das Feuer auf ihn und zwei Polizisten. Den 43-Jährigen traf eine Kugel in den Kopf, die Beamten blieben unverletzt.

Später stiegen die beiden Männer in ein Auto um, das von einem Bruder des aus Polen stammenden Räubers gesteuert wurde. Dieser Fahrer wurde am Mittwochabend auf der Autobahn in Nordhausen in Thüringen festgenommen. Bisher schweigt er zu den Vorwürfen. Er und sein Bruder sind wegen Raubes und Eigentumsdelikten vorbestraft. Gegen sie seien Haftbefehle beantragt, sagte ein Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft.

Die beiden Bankräuber sind mit ihrer Beute von mehreren tausend Euro verschwunden. Nach Ansicht des Göttinger Polizeipräsidenten Hans Wargel sind sie „sehr brutal und gefährlich“. Er warnte Autofahrer im Bereich Göttingen, Berlin und der polnischen Grenze, keine Anhalter mitzunehmen. Es werde vermutet, dass die Männer sich in Richtung Polen absetzen wollen. Unklar ist bisher, wie die beiden Bankräuber ihren Verfolgern, darunter ein Sondereinsatzkommando aus Hannover und eine Hubschrauberbesatzung, entwischen konnten.