GORLEBEN - Bewacht von Tausenden Polizisten sind die elf Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll am Montagabend zum Zwischenlager Gorleben gerollt. Der erste der elf Tieflader traf am späten Abend ein 126 Stunden nach der Abfahrt.
Nach der Verladung der Spezialcontainer auf Lastwagen und der Räumung von Straßenblockaden war der bislang längste Transport kurz vor 19 Uhr zu seiner Schlussetappe aufgebrochen. Die Polizei hatte zuvor Hunderte Demonstranten von der rund 20 Kilometer langen Strecke zum Zwischenlager getragen.
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte am Abend, über 450 autonome Chaoten aus dem ganzen Bundesgebiet hätten in ziemlich brutaler Form die Polizei angegriffen. Das habe es bei Castor-Zeiten so noch nicht gegeben. Etwa 100 Polizisten seien verletzt worden. 15 bis 20 seien außerdem dienstunfähig.
Erst am frühen Montagmorgen hatte der Zug Dannenberg erreicht. Dort wurden die elf Castor-Container auf Lastwagen verladen. Der letzte Streckenabschnitt war von einem großen Polizeiaufgebot gesichert. Das rund 20 Kilometer lange Teilstück kann nur auf der Straße zurückgelegt werden.
Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace hatten sich am Montagvormittag mit einem Transporter und einem Betonblock an einer Straßenkreuzung verankert. Sie versperrten damit eine der möglichen Transportrouten. Der Polizei gelang es nach sechs Stunden, das Fahrzeug von der Straße zu räumen.
Die Gegner der Kernenergie kündigen bereits weitere Aktionen an. Der Castor-Transport ist am Ende, wir noch lange nicht, sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am späten Montagabend auf einer Pressekonferenz in Trebel. Es gebe immense Risiken bei einer Lagerung der Abfälle im maroden Salzstock von Gorleben.
