GORLEBEN - Der in anderthalb Wochen anstehende Castortransport von Frankreich ins Wendland hat bereits am Wochenende für breiten Protest und erste Strafverfahren im Wendland gesorgt. Zu einem „Unruhetag“ trafen sich am Sonnabend etwa 350 Atomkraftgegner in der Region. In mehr als einem Dutzend Orten habe es „demonstrative Aktionen“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Strafverfahren wegen Nötigung, Beleidigung und Hausfriedensbruch wurden eingeleitet. Unterdessen gab das französische „Netzwerk Atomausstieg“ (Réseau Sortir du Nucléaire) den Start des Castorzugs in Valognes am 24. November um 14.20 Uhr bekannt.
Die Proteste im Wendland verliefen der Polizei zufolge überwiegend friedlich. In den Ortschaften Trebel und Prisser blockierten Atomkraftgegner mit mehreren Traktoren die Bundesstraßen. Da die Fahrer trotz mehrfacher Aufforderung die Fahrbahn nicht geräumt hätten, seien einzelne Trecker von den Beamten sichergestellt und stillgelegt worden.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg teilte mit, die Demonstranten hätten sich an verschiedenen Orten unter anderem zu Kaffeetafeln und Kundgebungen getroffen. In dem Dorf Lübbow hatte die Initiative eine achtstündige Dauerkundgebung angemeldet. Am Sonntag protestierten Atomkraftgegner in Dannenberg gegen den Castortransport. Der Atommülltransport soll den Informationen der Umweltschützer zufolge am 27. November im Kreis Lüchow-Dannenberg eintreffen. Die Polizei hat für die voraussichtlichen Transporttage entlang der Strecke ein Demonstrationsverbot verhängt. Das Verbot gilt für einen hundert Meter breiten Korridor entlang der Bahnstrecke von Lüneburg nach Dannenberg sowie entlang der möglichen Routen für den Straßentransport der Castoren von Dannenberg nach Gorleben.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und die Initiative „X-tausendmal quer“ protestierten gegen das Demonstrationsverbot. Letztere plant nach eigenen Angaben beim Castortransport am Zwischenlager eine Sitzblockade.
