GRABSTEDE - „Es war eine spontane Idee, wieder einen Lichtbildervortrag anzubieten, und dass es der richtige Griff war, zeigt die Resonanz“. Helmut Tetz, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Grabstede, war am Montagabend sichtlich erfreut über das große Interesse an den Dias aus den 50er und 60er Jahren. Mehr als 200 Zuschauer waren gekommen, fast ganz Grabstede war auf den Beinen, zuletzt mussten im „Grabsteder Hof“ die Barhocker aus der Gaststube in den Saal getragen werden, um Sitzplätze zu schaffen.

Heinz Julius zeigte die Bilder, Friedrich Witte und Hartmut Kaempfe moderierten den Abend, „alles Urgesteine aus Grabstede“, wie Tetz meinte. Schnell wurde eins deutlich: Die Grabsteder haben immer viel und schwer gearbeitet. So beim Torfgraben. Witte: „Davon haben unsere Vorfahren gelebt – Lust hatten wir nie dazu.“ Fortschrittlich waren sie aber auch, wie ein überraschendes Motto aus den 50er Jahren bewies: „Torf graben – Energie sparen.“

Die Ziegeleien waren ein anderes Thema. Sie boten einst Hauptarbeitsplätze; „das ist nun anders geworden“, kommentierte Witte. Dann der Schlag, eine der größten Katastrophen, die bis heute in Grabstede passiert ist. 1955 brannte die Ziegelei Uhlhorn ab. Ein gewaltiges Feuer muss es gewesen sein, das wird noch auf den Bildern deutlich. 1958 wurde dafür ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut.

Die Bauern arbeiteten auch viel und auch sie stellten sich dem Fortschritt. Drei schwer beladene Ackerwagen hintereinander, von zwei Pferden gezogen, war die lebendige Vergangenheit. Aber die ersten Traktoren und Dreschmaschinen (Von „Ködel & Böhm“) waren bald auf den Feldern zu sehen, die immer noch von langen Reihen Hocken geprägt waren.

Wer viel arbeitet, braucht Entspannung, und die gönnten sich die Grabsteder in ihrer eigenen Badeanstalt. Da war die wehmütige Freude unter den Zuschauern wieder groß: „Das waren noch Zeiten.“ Immer wieder wurden Namen in den Raum gerufen, Otto Albers, Gustav Rosskamp, Hans-Jürgen Ahlers, Heinrich Ihmels, Heinz Coldewey, Erwin Fangmann. Sie alle waren auf den Bildern zu sehen.

Am Ende des Lebens stehen die Beerdigungen, und noch in den 50er und 60er Jahren wurden für verstorbene Grabsteder die Straßen mit Blumen bestreut, ebenfalls ein vergangenes Zeichen der Zeit.