GROßENKNETEN/HELLBUSCH - Aus bislang unbekannter Ursache ist nach Angaben der Polizei am Mittwoch gegen 4 Uhr ein Feuer im Holzvergaser-Blockheizkraftwerk der Familie Hellbusch in Großenkneten-Hellbusch entstanden. Am oberen Ende des Förderbandes, mit dem die getrocknetenen Holzhackschnitzel in den „Reaktor“ zur Vergasung geleitet werden, brannte es. Größere Mengen Hackschnitzel waren auch bereits brennend auf den Boden neben dem Turm gefallen.

Die Wand der angrenzenden Lagerhalle war schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden, als die Freiwillige Feuerwehr eintraf. Ein aufmerksamer NWZ -Zusteller hatte den brennenden Holzhaufen gegen 4 Uhr bemerkt, den Bauern geweckt und Alarm geschlagen.

Die Ortswehren aus Großenkneten und Sage waren mit 40 Leuten und fünf Fahrzeugen im Einsatz. Mit Hilfe einer Arbeitsbühne an einem Teleskoplader, den ein Landwirt aus der Nachbarschaft zur Verfügung stellte, konnten die Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz schnell zum Brandherd im oberen Bereich vordringen und ihn unter Kontrolle bringen. Derweil wurden die brennenden Holzhackschnitzel am Boden mit einem Frontlader auf ein angrenzendes Feld gebracht und abgelöscht. Nach knapp zweieinhalb Stunden war der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr beendet.

Bei der Holzvergaseranlage von Bioenergie Hellbusch handelt es sich um ein bundesweites Pilotprojekt zur Erzeugung von erneuerbarer Energie.

Der Gaserzeugungsreaktor wird mit Holzhackschnitzeln befeuert. Die beiden Zündstrahlmotoren (jeweils 250 kW) wandeln das Gas dann in Strom und Wärme um.

Wie Ortsbrandmeister Dieter Clausen auf Nachfrage der NWZ berichtete, ging von dem im Reaktor erzeugten Gas bei den Löscharbeiten am Mittwochmorgen keine Gefahr aus. Er habe gemeinsam mit Gemeindebrandmeister Werner Lueken schon 2006 vor Inbetriebnahme der Anlage Gespräche mit dem Betreiber und der Herstellerfirma geführt, bei denen mögliche Gefahrenpunkte erörtert worden seien, so Clausen.

So gebe es in der Anlage keinen Speicher, sondern das erzeugte Gas werde sofort auf die Motoren geleitet, erklärte der Ortsbrandmeister gegenüber der NWZ .