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Unfall Auf Der Autobahn 29 Das Handling mit Gefahrstoffen

Großenkneten - „Um fünf Uhr lag ich im Bett“, sagt Großenknetens Gemeindebrandmeister Thorsten Schnitger. „Um 3.30 Uhr haben die Feuerwehren die Autobahn geräumt und die Unfallstelle dem Bergungs- und Entsorgungsunternehmen überlassen.“ Der Mittwoch war für viele Einsatzkräfte der vier Freiwilligen Feuerwehren aus Sage, Ahlhorn, Großenkneten und Huntlosen ein gebrauchter Tag; denn um 7 Uhr klingelte bei vielen schon wieder der Wecker: aufstehen zur Arbeit.

„Unsere Fahrzeuge haben wir für Brände und andere Einsätze am Morgen bereits wieder klar gehabt“, berichtet Schnitger. „Doch ins Sachen Gefahrguteinsatz wäre am Mittwoch nichts gegangen.“ In Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr Emstek wäre der Gefahrgutzug aus dem benachbarten Landkreis Cloppenburg bei einem Einsatz ausgerückt.

NACH UNFALL AUF A 29 NACHGEFRAGT Gefahrgut ist besondere Herausforderung

Claus Hock Ellen Kranz
Großenkneten

Material entsorgt

Doch am Mittwochabend trafen sich die Feuerwehrleute bereits wieder in ihren Gerätehäusern, um die Fahrzeuge und das Material in Gänze auf Vordermann zu bringen. „Wir haben ja das eine oder andere beim Einsatz gebraucht. Das muss ersetzt werden“, so Schnitger.

Allerdings sei ein Teil der Ausrüstung auf der Autobahn zurückgelassen worden. Das Stichwort laute „Dekontaminationsverschleppung“. „Das Material, das innerhalb des Radius von 100 Metern um den verunglückten Laster eingesetzt wurde, wird von einer Fachfirma gereinigt oder entsorgt“, erklärt der Gemeindebrandmeister. Feuerwehrhygiene werde inzwischen sehr ernst genommen. Die Gefährdungen bei Gefahrguteinsätzen könnten dabei radioaktiver, biologischer oder wie jetzt chemischer Natur sein.

Bei dem Unfall auf der A 29 nahe der Anschlussstelle Großenkneten habe sich zum Glück herausgestellt, dass es kein Gefahrgut war. Bei den Ladung mit Fässern voller Isocyanate handelte es sich um einen Gefahrstoff. „Es ist ein Rohstoff, aus dem Montageschaum hergestellt wird“, weiß Thorsten Schnitger.

Um den Fall aufzuklären und die Gefährdungslage einzuschätzen, seien mehrere Fachberater Chemie im Einsatz gewesen, darunter auch einer aus der ABS-Gefahrgutgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Oldenburg und ein Fachmann des Herstellers.

Der verunglückte Lkw sei aus Ascheberg bei Münster gekommen und auf dem Weg zum Jade-Weser-Port gewesen. Die Fässer sollten nach Malaysia verschifft werden, so Schnitger.

Geduld bei Gefahrgut

Dass am Dienstag an die 200 Feuerwehrleute im Einsatz waren, klingt nach Darstellung von Schnitger im ersten Moment viel. „Doch ein Gefahrgutunfalle ist eine langwierige Sache. Dabei sind Geduld und Muße gefragt.“ So seien zum Beispiel zwölf der 25 Chemischen Schutzanzüge im Landkreis Oldenburg im Einsatz gewesen. Ein Team aus zwei Feuerwehrleuten in Schutzanzügen und mit Atemschutz zur Erkundung der Lage sei etwa 15 Minuten im Einsatz: Zur Absicherung stünden stets zwei weitere Kollegen in Schutzanzügen parat. Nach jedem Einsatz werde das Team gewechselt. Die Feuerwehr sei aber auch anderweitig eingesetzt gewesen, so bei der Regelung des umgeleiteten Verkehrs.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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