Jever/Zerbst - Wie gut, dass die Zerbster Feuerwehr mit mehreren Bullis nach Jever ausgerückt ist: So haben die Kameraden genug Platz, um das Freundschaftsgeschenk der Wehr Jever mit nach Hause zu nehmen. Ortsbrandmeister Andreas Neeland überreichte Wehrleiter Steffen Schneider bei der Feier in der Feuerwache Milchstraße ein eigens angefertigtes Feuerfass. „Für etwas kühlere Sommerabende“, sagte er.

Schneider freute sich riesig – und ließ seine Kameraden zum dank ein dreifaches „Gut Wehr“ schmettern. „Jetzt verstehe ich auch die Frage, ob wir mit großen Fahrzeugen nach Jever kommen“, meinte er schmunzelnd.

Bereits am Donnerstag reisten die ersten Zerbster Kameraden nach Jever an, um dort nicht nur 25-jährige Feuerwehr-Partnerschaft zu feiern, sondern auch Jevers Sehenswürdigkeiten zu erforschen. Mitgebracht hatte die Zerbster Wehr Bürgermeister Andreas Dittmann und seinen Vorgänger Hellmuth Behrendt.

Dittmann war fasziniert vom Feuerfass: „Ich hätte nie gedacht, dass mir das SED-Abzeichen in dieser Form je wieder begegnen würde.“ Denn das Fass zeigt neben dem Schriftzug „25 Jahre Partnerschaft der Feuerwehren Zerbst & Jever“ auch eine Händedruck-Gravur. Und die ähnelt dem SED-Parteiabzeichen.

Dittmann erinnerte an einige legendäre Situationen der Partnerschaft – zum Beispiel, als dem Restaurant „Butt“ der Fisch ausging, weil man dort nicht mit dem Heißhunger der Zerbster gerechnet hatte. Oder daran, dass in der Stadtverwaltung stets der Angstschweiß ausbricht, wenn die Zerbster Wehr Richtung Jever ausrückt: „Die Zylinderkopfdichtung hatten wir schon – nun lautet jedes Mal die Frage, was wird diesmal teuer?“

Für den Lacher des Abends sorgte allerdings Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers mit seinem Satz „die Feuerwehren befruchten sich gegenseitig und tauschen sich aus“. „Kein Wunder, dass in Jever und Zerbst neue Kindergärten gebaut werden müssen“, scherzte Dittmann.

Die beiden Bürgermeister hatten ebenfalls Geschenke dabei: Sie spendierten der Feier zwei Fass Bier. Die Zerbster hatten als Gastgeschenk Rotkäppchen-Sekt mitgebracht. „Wir haben ja leider keine Brauerei“, sagte Schneider.

Er übergab außerdem ein rotes Partnerschaftsbuch an Franz Polter: „Wir haben die Jahre 2009 bis 2016 dokumentiert – nun ist Jever an der Reihe“, sagte er.

Vor fünf Jahren hatte Stadtbrandmeister Olaf Rieken das lose gebundene Buch an die Zerbster gegeben, um es weiter zu füllen. Entstanden ist es, als Rieken zu Beginn seiner Amtszeit vom ehemaligen Stadtbrandmeister Helmer Schönheim zwei dicke Ordner mit allen Briefen und Fotos sowie Notizen von gegenseitigen Besuchen der beiden Wehren erhielt. Er arbeitete die Höhepunkte heraus und ließ ein Buch binden, das stetig erweitert werden kann.

Diese Aufgabe übernimmt nun Franz Polter, einer der Motivatoren, der dafür gesorgt hat, dass die Feuerwehr-Partnerschaft nicht einschläft.