Hahn/Rastede - Ein Horror-Szenario für alle Eltern: Das eigene Kind wird von einem Fremden angesprochen, der sich mit dem Knirps unterhalten will. Genau das ist nach Angaben einer Mutter in dieser Woche in Nethen geschehen. Der neunjährige Sohn spielte in der Mittagszeit auf dem häuslichen Grundstück Fußball in einer Hofeinfahrt, die durch einen niedrigen Zaun und ein Tor zur Straße abgegrenzt ist.
Ein Mann, der seinen Lieferwagen auf einem Waldweg in Richtung Mollberg geparkt hatte, kam an den Zaun und bat den spielenden Jungen, das Tor aufzumachen, erklärte die Mutter nach Erzählungen ihres Sohnes. Der habe jedoch „Nein“ zu dem Mann gesagt und weiter Fußball gespielt. Daraufhin sei der Mann weggelaufen.
Nicht mehr vor Ort
Erst nach einiger Zeit sei das Kind dann zu ihr ins Haus gekommen, berichtet die Mutter. Sie habe die Sache dann der Polizei gemeldet und selber noch nach dem Mann geschaut – der sei da jedoch nicht mehr vor Ort gewesen. „Mir kam das schon irgendwie Spanisch vor“, erzählt die Nethenerin. Auch in der Nachbarschaft habe niemand den Mann gesehen, sein Verhalten hätte natürlich auch harmlos gewesen sein können.
„Ich werde jetzt auf alle Fälle die Augen offen halten,“ erklärte die Mutter. Dazu rät auch die Polizei in Rastede, die wegen des langen Zeitraums zwischen „Vorfall“ und Anruf der Mutter bei der Polizei jedoch wenig tun konnte. „Die Leute passen schon auf und melden uns regelmäßig, wenn sie beispielsweise ein verdächtiges Auto beobachten“, erläutert Hauptkommissar Frank Sostmann. Am besten sei es, wenn die Bürger einen Zwischenfall sofort melden, dann würden die Beamten gleich rausfahren. Wenn zuviel Zeit verstreiche, könnten die Beamten indes nicht mehr viel tun.
„Wir haben hier derzeit kein erhöhtes Aufkommen an solchen Meldungen“, schildert Sostmann. Das gelte auch für Nethen.
Absprache funktioniert
Ihr Sohn habe mit dem Weiterspielen alles richtig gemacht, freut sich die Mutter. Er habe vor einigen Jahren sogar ein Seminar besucht, in dem es auch um die Ansprache von Fremden ging. Die Eltern hätten ihren Sohn aber gebeten, bei einem solchen Vorfall sofort Bescheid zu geben – so könnten Missverständnisse oder Problemlagen sofort durch die Erwachsenen oder Beamten geklärt werden.
