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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Motivsuche nach Flughafen-Vorfall

31.12.2018

Hannover Die Suche nach dem Motiv eines Eindringlings am Flughafen Hannover hat die Ermittler am Sonntag beschäftigt. Der Mann war am Samstagnachmittag mit einem Auto auf das Vorfeld des Flughafen gefahren und hatte so den gesamten Flugverkehr stundenlang lahmgelegt. Der Festgenommene schwieg zu der Tat, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Am Sonntag wurde ein Haftbefehl erlassen.

Fest steht inzwischen die Nationalität des Tatverdächtigen. Der Mann sei ein 21-jähriger Pole ohne deutschen Wohnsitz. Er soll zur Tatzeit unter Drogeneinfluss gestanden haben. Ein Test reagierte positiv auf Kokain und Amphetamine. Trotz unklarer Motivlage gebe es „keinerlei Hinweise auf etwaige terroristische Hintergründe“, teilte die Polizei Hannover mit.

Am Samstagnachmittag war der Flugverkehr wegen des Zwischenfalls für viereinhalb Stunden eingestellt worden. Man habe fünf Landungen und vier Starts gestrichen, acht Maschinen flogen mit Verspätung ab, sagte eine Airportsprecherin am Sonntag. Unterdessen hat sich der Betrieb wieder normalisiert.

Der 21-Jährige hatte laut Bundespolizei ein verschlossenes Tor gewaltsam aufgebrochen und war mit seinem BMW auf das Flughafengelände gefahren. Dort hielt der Mann unter einem auf dem Vorfeld stehenden Flugzeug an, wo Beamte ihn überwältigten. Er soll Widerstand geleistet haben. Wie es ihm gelingen konnte, das Tor zu öffnen, werde derzeit noch untersucht.

Ob und welche Konsequenzen für das Sicherheitskonzept gezogen werden, war zunächst unklar. Flughafensprecher Sönke Jacobsen sagte, nur wenige Stunden nach dem Vorfall sei es noch zu früh dazu etwas zu sagen.

Die Bundespolizei zeigte sich zufrieden mit den Sicherheitsmechanismen. Die Einsatzkräfte seien sofort eingeschritten. Dass eine Person auf das Vorfeld gelange, sei niemals ganz auszuschließen.

Der Luftfahrtexperte Cord Schellenberg lobte die ergriffenen Maßnahmen der Bundespolizei. „Es ist vollkommen richtig, den Flugbetrieb zunächst einzustellen, damit keine Passagiere und Mitarbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden können“, sagte er. Dennoch stelle er sich die Frage, wie überhaupt jemand auf das Flughafengelände vordringen kann.

Unterdessen hat sich der Betrieb am Flughafen Hannover wieder normalisiert. Reisende müssten nicht mit größeren Wartezeiten rechnen, sagte eine Airportsprecherin am Sonntag. Insgesamt seien deutlich weniger Verbindungen von dem Vorfall betroffen gewesen als zunächst angegeben.

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